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Logistikkosten: Die 5 Kostenfaktoren bei Lagerlogistik, Fulfillment & Versand

Veröffentlicht am: 11. August 2020, Lesezeit: 10 min.

Übersicht:

Unser Guide zu Logistikkosten

Kunden wollen wenig für Versand zahlen. Von Händlern wird daher zunehmend erwartet, Versandkosten niedrig zu halten. Dementsprechend legen eCommerce-, B2B- und Einzelhandelsunternehmen großen Wert auf die Minimierung ihrer Logistikkosten - das funktioniert meistens nur mit dem richtigen Partner.

Die Logistikkosten hängen insbesondere davon ab, ob ein Händler über ein eigenes Lager verfügt oder ob ein externer Lagerlogistik- und Fulfillment-Anbieter eingesetzt wird. Insbesondere bei schnell wachsenden Umsätzen unterstützt die Auslagerung der logistischen Abläufe Händler dabei, sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren. Die Verwendung eines Kontraktlogistikers hilft gleichzeitig eine ausgezeichnete Kundenzufriedenheit bei der Auftragsabwicklung zu gewährleisten.

In diesem Artikel untersuchen wir die Logistikkosten für Lagerlogistik, Fulfillment und Versand , welche typischerweise mit externen Third-Party Logistik (3PL) Dienstleistern bzw. Kontraktlogistikern anfallen.

Insbesondere bei Logistikprozessen mit externen Logistikanbietern ist es wichtig zu verstehen, wie die Preise für die verschiedenen Schritte der Fulfillment-Abläufe bestimmt werden.

Die Hauptfaktoren, die die Logistikkosten bestimmen, sind Zeit und Volumen. Wenn also die Schritte entlang der Lieferkette standardisierte und regelmäßig vorkommende Aufgaben mit hohen Volumen umfassen, werden höhere Effizienz und Skaleneffekte erzielt - was zu einem geringeren Zeitaufwand pro erfülltem Auftrag und damit zu niedrigeren Logistikkosten führt.

Ein Hauptproblem, welches Händler daran hindert, ein vollständiges Verständnis der Logistikkosten zu erlangen, besteht darin, dass der Lagerlogistik- und Fulfillment-Markt sehr intransparent ist. Allein in Deutschland gibt es über 1.000 spezialisierte externe Anbieter, und die Preise variieren bei gleichen Fulfillment Aufträgen und gleichem Service-Level um bis zu 50%. Unterschiede in den betrieblichen Abläufen sind einer der Hauptfaktoren, die zu den unterschiedlichen Lager- und Fulfillment-Kosten der Logistikanbieter führen. 

Daher sollten sich die Händler über die allgemeine Preisspanne der Logistikkosten im Klaren sein und sicherstellen, dass sie ein individuelles Angebot von einem qualifizierten Logistikanbieter erhalten, der über operatives Fachwissen in der jeweiligen Produktkategorie verfügt. 

Lagerlogistik-, Fulfillment- und Versandkosten variieren je nach Logistikdienstleister, Warenmenge, Standardisierung von Tätigkeiten entlang der Lieferkette und vielen anderen Faktoren. Deshalb basieren alle Kosten und Preisspannen, auf die wir uns in diesem Artikel beziehen, auf Durchschnittswerten.

KEY Takeaways:

  • Auslagerung des Fulfillments an einen 3PL Anbieter hilft Händlern dabei, Erwartungen der Kunden bezüglich niedrigen Versandkosten zu erfüllen 
  • Händler sollten Know-How darüber haben, wie 3PL Anbieter die verschiedenen Schritte der Fulfillment-Abläufe bepreisen
  • Lagerlogistik, Fulfillment und Versandkosten hängen hauptsächlich von der Zeit, die für die jeweiligen Schritte benötigt wird, und des Volumens der Waren ab

Typische Logistikkosten, die bei Lagerlogistik, Fulfillment und Versand anfallen

Typische Logistikkosten lassen sich in verschiedene Komponenten aufgliedern, je nachdem, in welcher Phase sich das Produkt entlang der Lieferkette befindet.

Logistikkosten - Wareneingang

Die erste Kostenstelle während des Fulfillments entsteht, wenn Produkte zu einem Lager-, Vertriebs- oder Fulfillment-Zentrum geschickt und dort in Empfang genommen werden. Logistikdienstleister bezeichnen diesen Schritt als Wareneingang.

Logistics Costs - Incoming Goods

Logistikkosten - Wareneingang

Durchschnittskosten Paket3,00-4,50 EUR
Durchschnittskosten Palette3,50-6,00 EUR

Bei Wareneingängen entstehen Logistikkosten vor allem durch Personalaufwand. Eingehende Produkte werden empfangen, kontrolliert und im Anschluss zu freiem Platz im Lager zugewiesen. Die Service-Level-Agreements (SLAs) können von Stichprobenprüfung bis hin zur vollständigen Zählung und Funktionstests reichen. Die mit dem Wareneingang verbundenen Logistikkosten hängen davon ab, wie umfangreich das erforderliche Service-Level ist.

Insbesondere bei der Inanspruchnahme von Premium Dienstleistungen, wie z.B. 100%ige Vollständigkeitsprüfungen und Funktionstests, erhöhen sich die Logistikkosten durch einen längeren Zeitaufwand pro Produkt. Ein weiterer Kostenfaktor kann bei der Produktprüfung durch spezielle Schulungen von Mitarbeitern für die richtige Produkthandhabung führen. Hier ist es wichtig, die gewünschten SLAs mit dem 3PL Dienstleister im Vorfeld zu definieren.

Neben dem Service-Level entstehen zwei weitere Kostenfaktoren beim Wareneingang: die Anzahl der Stock-Keeping-Units (SKUs) und die Menge jeder Produktart.

Für typische Service-Levels während Wareneingängen, einschließlich Sichtprüfung und Stichprobenzählung, liegen die Kosten zwischen 3,50-6,00 EUR pro SKU-Palette und zwischen 3,00-4,50 EUR pro SKU-Paket. Diese Logistikkosten erhöhen sich bei gemischten SKU-Paletten und Paketen.

KEY Takeaways:

  • Produkte, die im Lagerhaus ankommen werden angenommen, kontrolliert und dann gelagert 
  • Die größten Kostenfaktoren sind das Service-Level der Inspektion, die Anzahl an SKUs und die Anzahl der Produkte jeder SKU

Lagerkosten - Lagerung

Nachdem die Produkte bei ihrer Ankunft kontrolliert wurden, werden sie im Lagerhaus gelagert. Bei der Zusammenarbeit mit einem externen Lagerlogistik Dienstleister ist es wichtig, nur für tatsächlich belegten Palettenstellplatz und Regale innerhalb des Lagers zu bezahlen.

Die Lagerkosten für den belegten Raum hängen von der Form und Größe eines Produkts ab - z.B. fallen bei größeren Waren aufgrund der belegten Lagerfläche höhere Kosten an als bei kleineren. Diese beanspruchte Fläche wird meist auf wöchentlicher oder monatlicher Basis in Rechnung gestellt.

Lagerkosten können auch variieren, je nachdem, ob eine Temperaturkontrolle erforderlich ist (z.B. für frische Lebensmittel oder Kosmetikprodukte) oder ob besondere Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden müssen (z.B. für gefährliche Materialien). Folglich können Händler z.B. bei Produkten, die gekühlt werden müssen, mit höheren Lagerkosten rechnen als bei nicht-temperaturkontrollierten Lagereinheiten.

Das ist darauf zurückzuführen, dass Logistikanbieter spezifische Kühleinheiten besitzen oder in diese investieren müssen, um die Temperatur in einem festgelegten Bereich zu halten, was mit einem höheren Energieverbrauch und folglich höheren Lagerkosten verbunden ist.

Warehousing Costs - Storage

Lagerkosten - Lagerung

Durchschnittskosten Paket0,80-3,50 EUR pro Monat
Durchschnittskosten Palette6,00-9,00 EUR pro Monat (CCG1 EURO-Palette)

Die wichtigste Leistungskennzahl (KPI) bei der Bestimmung der anfallenden Kosten während der Lagerung sind Palettenstell- oder Regalfläche. Regalfläche ist ein wichtiger Indikator bei der Lagerung von kleineren Mengen. Die Art und Weise, wie Regalfläche genutzt wird, beeinflusst die Effizienz der Kommissionierung von Produkten.

Die Effizienz wird von verschiedenen Faktoren, wie von der Art der Regale (z.B. Hochregallager) oder von den räumlichen Abständen der jeweiligen Picks, bestimmt. Beispielsweise führen höhere räumliche Abstände zu einer niedrigeren Effizienz während des Picks und diese wiederum zu höheren Fulfillment-Kosten. Lagerkosten für Regalflächen liegen je nach Größe der jeweiligen Produkte zwischen 0,80-3,50 EUR pro Monat.

Lagerkosten für Palettenstellplätze sind vergleichbarer als die Kosten für genutzte Regalfläche, da Palettenstellplatz ein Standardmaß ist. Dennoch gibt es eine Preisdifferenzierung zwischen CCG1- und CCG2-Paletten je nach Höhe und Gewicht.

CCG1-Paletten sind Paletten mit einer maximalen Ladehöhe von 105cm (einschließlich 15cm Palettenholz) und CCG2-Paletten haben eine maximale Ladehöhe von 160-195cm (einschließlich 15cm Palettenholz). Für eine Standard CCG1 EURO-Palette liegt der Preis pro Monat zwischen 6,00-9,00 EUR

KEY Takeaways:

  • Für die Lagerung von Produkten in einem Lagerhaus sollten Händler für die belegte Palettenstell- und Regalfläche bezahlen
  • Lagerkosten für genutzte Regalfläche hängen von der Größe und der Form des Produkts ab, wohingegen Lagerkosten für Palettenstellplatz vergleichbarer sind, da Palettenstellplatz ein Standardmaß ist

Fulfillment-Kosten - Kommissionierung & Verpackung

Komissionierung und Verpacken (Pick und Pack) von Produkten ist der variabelste und größte Bestandteil der Fulfillment-Kosten, da die Kosten direkt mit der Anzahl der Bestellungen verknüpft sind. Die einzelnen Aufträge werden kommissioniert und dann für den Versand vorbereitet. Daher hängen diese Fulfillment-Kosten direkt von der Anzahl der SKUs des Händlers, der Größe des Produkts, der Anzahl der Einheiten pro Bestellung und dem Grad der kundenspezifischen Anpassung der Verpackung ab.

Die Pick- und Pack-Kosten können auch durch den Automatisierungsgrad der eingesetzten Maschinen beeinflusst werden - ein hoher Automatisierungsgrad hilft, eine höhere Produktivität und Effizienz innerhalb des Lagers zu erreichen. 

Einen zuverlässigen Maßstab für Kosten der Pick- und Pack-Prozesse zu erhalten, ist die schwierigste, aber auch die wichtigste Aufgabe. Für typische E-Commerce Produkte, die in der Regel weniger als 1 kg wiegen, liegt die übliche Preisspanne für die Pick- und Pack-Kosten einer Bestellung mit einem Artikel bei 1,20-1,70 EUR.

Die Fulfillment-Kosten für jede zusätzliche Kommissionierung bei Bestellungen mit mehreren Artikeln liegen zwischen 0,10-0,50 EUR. Diese Fulfillment-Kosten hängen davon ab, ob der Auftrag mehrere Artikel der gleichen Stock-Keeping-Unit oder mehrere Stock-Keeping-Units eines Artikels umfasst.

Fulfillment-Kosten - Kommissionierung & Verpackung

Durchschnittskosten PaketEin-Produkt-Bestellung: 1,20-1,70 EUR*

Zusätzlicher Artikel: 0,10-0,50 EUR*

Verpackungsmaterial: 0,20-0,50 EUR pro Karton
**für große Händler (mit 10.000+ Bestellungen pro Monat) können niedrigere Kosten verhandelt werden

Was das Verpackungsmaterialanbelangt, so kann Standardmaterial vom 3PL-Anbieter geliefert werden, welches in der Regel 0,20-0,50 EUR pro Karton kostet. Der Verpackungsprozess ist in hohem Maße personalisierbar und trägt so zur Markenidentität eines Unternehmens bei. Spezielle Verpackungsanforderungen, wie z.B. spezielles Packpapier oder Aufkleber, spiegeln sich in den Fulfillment-Kosten wider. Denn gerade bei der Verpackung gilt: Je standardisierter der Prozess ist, desto zeiteffizienter ist er und desto weniger Kosten fallen an.

Obwohl die kundenspezifische Anpassung der Verpackung eines Produkts mit zusätzlichen Kosten verbunden ist, müssen Händler bedenken, dass Kunden zunehmend auf Qualität und Nachhaltigkeit von Kartons, Isoliermaterial und Marketingflyern achten. Es ist also durchaus sinnvoll, sich für einen Kompromiss zwischen Verpackungskosten und Markenerlebnis zu entscheiden.

KEY Takeaways:

  • Pick- und Pack-Kosten hängen direkt von der Anzahl der SKUs, der Größe des Produkts, der Anzahl der Einheiten pro Bestellung, und der Personalisierung der Verpackung ab
  • Die Verpackung von Produkten ist personalisierbar und trägt so zu dem Markenerlebnis eines Unternehmens bei

Versandkosten - Zustellung

Shipping Costs - Deliveries

Versandkosten

Durchschnittskosten PaketWeniger als 2kg: 3,00-3,30 EUR

Bis zu 31,5kg: 3,50-4,00 EUR

Für den Versand von Bestellungen an Endkunden werden Pakete an die Versanddienstleister übergeben. Händler können entweder KEP-Dienstleister (Kurier-, Express- und Paketdienste) oder Speditionen einsetzen. Die gängigsten Versandanbieter in Deutschland sind: DHL, DPD, UPS, GLS und Hermes. Die Zusammenarbeit mit Speditionen bedeutet in der Regel den Versand größerer und schwererer Produkte, was zu höheren Versandkosten als mit KEP-Dienstleistern führt.

Im Wesentlichen bieten die verschiedenen KEP-Dienstleister ähnliche Dienstleistungen an, unterscheiden sich aber in den Preisen, den Standardmaßen der Pakete, den Abgabestellen und dem Markenimage. Insbesondere DHL bietet eine hohe Anzahl von Premium-Dienstleistungen, wie hohen Transportversicherungen, 2-Mann-Abwicklung von Bestellungen und einer hohen Anzahl von Abgabestellen, an. Diese zusätzlichen Dienstleistungen zeigen sich in höheren Preisen.

Daher hängen Versandkosten in hohem Maße von dem Aufwand während des Transports und der Handhabung der Produkte ab; mehr dazu in unserem Artikel über die Logistik von sperrigen Gütern und Sperrgut.

Hinzu kommt, dass die Versandkosten für Geschäftskunden abhängig davon sind, welche Menge pro Jahr verschickt wird, und ob sie individuell für den jeweiligen Mandanten oder über Rahmenverträge festgelegt werden. DHL verwendet beispielsweise auf den jeweiligen Händler zugeschnittene Versandkosten, während Hermes, DPD und UPS die Versandkosten hauptsächlich über Rahmenverträge festlegen.

Typische Versandkosten für die deutschlandweite Zustellung eines Pakets mit einem Gewicht von weniger als 2KG befinden sich zwischen 3,00-3,30 EUR und für größere Pakete mit einem Gewicht von bis zu 31,5kg zwischen 3,50-4,00 EUR. Internationale Tarife können je nach Land, Gewicht und Versandanbieter weitaus stärker variieren.

KEY Takeaways:

  • Händler können sich für den Versand von Bestellungen zwischen KEP-Dienstleistern für kleine Produkte oder Speditionen für schwere Produkte entscheiden
  • KEP-Dienstleister unterscheiden sich in Preisen, den Standardmaßen der Pakete, den Abgabestellen und dem Markenimage
  • Versandkosten sind für Geschäftskunden davon abhängig, ob sie individuell für den jeweiligen Mandanten oder über Rahmenverträge festgelegt werden

Logistikkosten - Retoure

Für den Fall, dass Kunden ihre Bestellung erhalten und damit nicht zufrieden sind, haben sie fast immer die Möglichkeit, Produkte zurückzugeben. Je nach Unternehmen variieren die Retourenquoten und damit auch die Relevanz ihrer Kosten stark.

Bei der Retoure von Produkten fallen im Wesentlichen drei Logistikkosten an:

01: Versandkosten

Zunächst einmal müssen Händler meist die Versandkosten für die Lieferung zurück zum Lager übernehmen, da die Kunden zunehmend kostenlose Rücksendung erwarten. Innerhalb Deutschlands belaufen sich diese Versandkosten auf etwa 4,00 EUR pro Paket.

02: Retoure – Generelle Kosten

Händler sollten immer versuchen, die Retourenquote ihrer verkauften Produkte so weit wie möglich zu reduzieren, um ihren ökologischen Fußabdruck niedrig zu halten. Darüber hinaus ist die Möglichkeit, ein gekauftes Produkt zurückzugeben, in vielen europäischen Ländern Teil der Verbraucherschutzgesetze, so dass sich Händler der potenziellen Kosten bewusst sein müssen, die bei der Retoure entstehen.

Hier beziehen wir uns auf die Logistikkosten, die entstehen, wenn Bestellungen an einen Lagerort zurückgeschickt werden.

Diese Kosten für die Bearbeitung der Rücksendung bestehen normalerweise aus operativen Bearbeitungskosten für die Aufstockung der Bestände. Neben dem eigentlichen Aufstockungs-Prozess fallen häufig Betriebskosten an, wenn Waren nach der Rücksendung auf Beschädigung und Vollständigkeit geprüft werden müssen, insbesondere bei Artikeln, die aus vielen Teilen bestehen, wie z.B. Lampen, Schränke und andere Arten von Möbeln.

Die Kosten für die Bearbeitung der Rücksendung belaufen sich in der Regel auf 2,00-4,00 EUR pro zurückgegebener Bestellung, je nach Produkt und den zusätzlich benötigten Dienstleistungen.

Logistikkosten – Retoure

Durchschnittskosten Paket2,00-4,00 EUR

03: Retoure - zusätzliche Kosten

Zusätzliche Kosten bei der Bearbeitung von Rücksendungen und logistischen Vorgängen können ebenfalls entstehen, wenn ein Artikel einen Wertverlust erleidet. Das liegt oft daran, dass zurückegesandte Produkte entweder nicht zum gleichen Preis weiterverkauft werden können oder aufgrund von Transportschäden, Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums oder Unterbrechung der Kühlkette entsorgt werden müssen. Oft sind Rückgaben von Non-Fresh Food und Fresh Food von diesen Kosten betroffen.

Hinzu kommt, dass in einigen Fällen die Kosten für die Bearbeitung der Retoure den tatsächlichen Wert eines Produkts übersteigen und für die Händler einen Gesamtverlust bedeuten würden. Die Durchführung von Schritten bei der Bearbeitung von Rücksendungen, wie z.B. Qualitätsprüfungen, Auffüllen der Lagerbestände, Neukommissionierung und Umverpackung, wäre kostspieliger als die Wahl einer alternativen Methode zur Bearbeitung der zurückgesandten Produkte.

Dies gilt insbesondere für Bekleidungs- und Modeartikel, die die Kunden oft in verschiedenen Größen bestellen und nicht wissen, welches Kleidungsstück ihnen am besten passt.

In diesen Fällen können Händler mit ihren Logistikanbietern eine alternative Vereinbarung treffen, dass zurückgesandte Waren entweder entsorgt, an Wohltätigkeitsorganisationen gespendet oder direkt zu einem günstigeren Preis an Discounter weiterverkauft werden, um Zeit- und Logistikkosten bei der Bearbeitung von Rücksendungen zu vermeiden.

KEY Takeaways:

  • Händler müssen meist die Versandkosten für die Lieferung zurück zum Lager übernehmen
  • Die Schritte der Retoure ab der Anlieferung des Produkts im Lagerhaus beinhalten unter anderem Kontrolle der Produkte, Auffüllen der Lagerbestände, Neukommissionierung und Umverpackung
  • Retournierte Produkte können aus verschiedenen Gründen einen Wertverlust erleiden (z.B. Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums); Händler und Logistikanbieter können deshalb Alternativen zu der Wiederauffüllung vereinbaren - wie den Weiterverkauf an Discounter

Welche versteckten Kosten entstehen mit traditionellen Logistikanbietern?

Wenn B2B-, Einzelhandels- und E-Commerce-Unternehmen mit konventionellen Logistikanbietern zusammenarbeiten, kommt es häufig zu versteckten manuellen Aufwänden in den Fulfillment-Prozessen ihrer Waren. Häufige Beispiele sind der manuelle Datenaustausch per E-Mail, mangelnde Transparenz über Lagerbestände und Auftragsstatus, und manuelle Verfolgung von Service-Levels und Restbeständen in Excel-Listen.

Diese werden durch Ineffizienzen bei der Automatisierung des Datenaustauschs und die Unbrauchbarkeit von Echtzeitdaten verursacht.

Was ist mit Datenaustausch gemeint? Man kann es sich so vorstellen: Wenn Kunden eine Bestellung im Webshop oder ERP-System eines Händlers aufgeben, müssen die Informationen an den Logistikdienstleister übermittelt werden. Sobald der 3PL-Anbieter die Informationen vom Händler erhalten hat, beginnt er/sie mit dem Fulfillment der Bestellung. Ab diesem Zeitpunkt kann der Logistikanbieter dem Händler Daten über wichtige KPIs zur Auftragserfüllung, wie z.B. zu dem Fulfillment-Status des Auftrags und den Lagerbeständen der verschiedenen Produkte, übermitteln.

Wenn Händler und 3PL-Anbieter diesen Datenaustausch manuell durchführen, ist dies mit einem höheren Aufwand, mehr Zeit und höheren Kosten verbunden als beispielsweise bei der Nutzung einer datengesteuerten Software oder Plattform, die solche Datenaustausch-Prozesse automatisch erledigt. Was könnte passieren, wenn Händler einen Logistikpartner wählen, der nicht mit datengesteuerter Automatisierung arbeitet?

Bis zu doppelt so hohe Kosten wie die eigentlichen Lagerlogistik- oder Fulfillment-Kosten, entstehen durch manuelle Überprüfung der Lagerbestände und des Fulfillment-Status von Bestellungen. Daher müssen Händler bei der Auswahl eines Logistikanbieters darauf achten, dass datengesteuerte Systeme vorhanden sind, um diese versteckten Kosten zu vermeiden. Darüber hinaus führt die Arbeit mit reibungslosen Echtzeitdaten zwischen den Shopsystemen der Händler (z.B. Shopify, Magento) und dem Lagerverwaltungssystem (WMS) der 3PL-Anbieter zu vollständiger betrieblicher Transparenz und hilft den Händlern so, logistische Abläufe mit zuverlässigen Daten zu analysieren.

Insgesamt profitieren die Händler somit von effizienten logistischen Abläufen und folglich von niedrigeren Lager- und Fulfillment-Kosten. Daher sollten Händler sicherstellen, dass sie mit einem Logistikanbieter zusammenarbeiten, dessen WMS mit einer datengesteuerten technischen Lösung vorintegriert ist, die für betriebliche Transparenz und automatisierten Datenaustausch sorgt, z.B. sowie die API-gesteuerte everstox-Plattform

KEY Takeaways:

  • Seitens konventioneller Logistikanbieter kommt es oft zu versteckten manuellen Aufwänden in den Fulfillment-Prozessen; das führt zu zusätzlichen Kosten und Ineffizienzen bei der Automatisierung des Datenaustauschs
  • Diese manuellen Aufwände können bis zu doppelt so hohe Kosten wie die eigentlichen Lagerlogistik- oder Fulfillment-Kosten verursachen
  • Händler sollten mit 3PL Anbietern zusammenarbeiten, dessen WMS in eine datengesteuerte technische Lösung vorintegriert ist, um automatisierten Datenaustausch zu dem Shopsystem des Händlers zu ermöglichen

Worauf müssen Händler bei der Auswahl von Lagerlogistik-, Versand und Fulfillment-Anbietern achten?

Händler sollten Logistikanbieter mit einem auf ihre betrieblichen Bedürfnisse abgestimmten Produktschwerpunkt finden, um zu vermeiden, dass sie auf Angebote zurückgreifen, die sich aus Standardpreisen zusammensetzen. Wenn Angebote von unterschiedlichen Logistikern in verschiedenen Formen vorliegen und nicht vergleichbar sind, ist es wichtig,Referenzbestellungenzu berechnen und zu vergleichen.

Mit Referenzbestellungen ist hier gemeint, dass Händler Preise für das Fulfillment des typischen Bestellvolumens ihrer Produkte bei den jeweiligen Logistikanbietern anfordern und dann die Preise vergleichen. Beispielsweise könnte ein Non-Fresh Food Händler verschiedene Logistikanbieter fragen, wie viel das Fulfillment seiner typischen B2B-Bestellung bestehend aus 100 Proteinriegeln (Gewicht: 65 g pro Riegel) und 200 Schokoriegeln (Gewicht: 100 g pro Riegel) pro Monat kosten würde.

Das Einholen von Referenzbestellungen bei den unterschiedlichen Logistikanbietern hilft Händlern dabei, Preisangaben zu verstehen und zu vergleichen.

Händler sollten auch auf versteckten manuellen Aufwand und fehlende IT-Kompetenzen seitens des Logistikanbieters achten, um unerwartete Zusatzkosten zu vermeiden. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu beachten, dass Logistikanbieter, auch wenn sie behaupten, IT-integriert zu sein, ihre Kernkompetenzen höchstwahrscheinlich auf der betrieblichen Ebene und nicht auf der IT-Seite haben.

Dabei ist es besonders für Händler schwierig, während des Auswahlprozesses zu überprüfen, ob Logistikanbieter über geeignete IT-Systeme verfügen, die bewährt sind und reibungslos mit ihren jeweiligen Shop- und ERP-Systemen zusammenarbeiten. Sicherlich kann es Produktdemos geben, aber dies sagt nichts darüber aus, inwiefern es sich wirklich um eine IT-integrierte Lösung handelt, die mit dem spezifischen Shop-Systems eines Händlers zusammenarbeitet.

Was bedeutet das also für Händler?

Wir empfehlen, einen 3PL-Anbieter zu wählen, der sich auf operative logistische Exzellenz fokussiert und eine vorintegrierte Einrichtung mit einem unabhängigen Technologieanbieter hat, der sich auf seinen Teil des Geschäfts konzentriert: die Lösung von komplexen IT-Problemen und die Verbindung von unterschiedlichen operativen Systemen. Die unabhängigen 3PL-Anbieter aus unserem everstox Logistiknetzwerk sind bereits an unsere Plattform angeschlossen und ermöglichen die automatische Übertragung von Daten aus ihrem WMS an beliebige Händlersysteme in Echtzeit. 

KEY Takeaways:

  • Wenn Angebote von Logistikern nicht vergleichbar sind sollten Händler typische Referenzbestellungen ausrechnen und vergleichen
  • Händler können zusätzliche Kosten vermeiden, indem sie uf versteckten manuellen Aufwand und fehlende IT-Kompetenzen seitens des Logistikanbieters achten
  • Indem Händler einen 3PL Anbieter aussuchen, welcher sich auf operative Exzellenz fokussiert und dessen WMS mit einem Technologieanbieter vorintegriert ist, können versteckte Kosten vermieden werden

Wie unterstützt everstox Unternehmen dabei, das kostengünstigste Angebot zu finden?

Wir erhalten täglich wettbewerbsfähige Angebote aus unserem europaweiten Logistiknetzwerk. Infolgedessen prüfen wir monatlich über 250 Angebote von Logistikanbietern und unterstützen B2B-, Einzelhandels- und E-Commerce-Unternehmen bei der Suche nach dem am besten geeigneten und kostengünstigsten Anbieter für ihr Unternehmen. Wir sind mit vielen verschiedenen Anwendungsfällen, Produktkategorien und maßgeschneiderten Logistikangeboten vertraut.

Wir wissen also, wie viel Lagerlogistik, Fulfillment und Versand kosten sollten und anhand welcher Kriterien zu entscheiden ist, welches Fulfillment-Angebot den Bedürfnissen eines B2B-, Einzelhandels- und E-Commerce-Unternehmens am besten entspricht. Das ist besonders vorteilhaft für Händler, da es bei der direkten Zusammenarbeit mit traditionellen Logistikanbietern üblich ist, dass Händler immer einen bestimmten Betrag zusätzlich zu den Standardpreisen zahlen.

Indem wir Händlern unsere Logistics-as-a-Service Plattformzur Verfügung stellen, helfen wir ihnen darüber hinaus, alle Logistikprozesse zu automatisieren, um volle betriebliche Transparenz zu erreichen. Dadurch entfallen für Händler versteckte Kosten durch manuellen Aufwand in der Abwicklung und fehlende IT-Integration.

Schauen Sie bei unseren Logistik Ressourcen und unserer LinkedIn Seite vorbei, um auf dem neuesten Stand zu bleiben.

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Über die Authoren

Maximilian Nenning | everstox

Author:
Maximilian Nenning
Marketing Manager
everstox

Über everstox

everstox, ein erfolgreiches Start-up aus München, ist Betreiber der gleichnamigen Technologieplattform, die über ein Netzwerk europäischer Logistikdienstleister eine skalierbare und datengesteuerte Lagerverwaltungslösung für E-Commerce, Groß- und Einzelhandel anbietet. Das Unternehmen baut sukzessive das erste technologiegetriebene Netzwerk an renommierten Lagerlogistik und Fulfillment-Partnern auf und ermöglicht damit europaweit transparente, effiziente und ökologisch wertvolle Logistiklösungen.

Mit dem Expertenteam von everstox profitieren Händler von optimierten Prozessen, fundierten Marktkenntnissen und strategischer Beratung. Das bedeutet für Händler ein klarer Wettbewerbsvorteil im Vertrieb.

Weitere Informationen zu everstox gibt es unter www.everstox.com.

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