[2021] Brexit eCommerce Leitfaden für EU Businesses: Versand in die UK

Unser Brexit eCommerce Leitfaden zeigt Ihnen, wie man kosten-effizient Produkte an UK-Kunden verschickt.

Aktualisiert am: 10. März 2021, 10 Minuten Lesezeit.

Produkte aus der EU nach Großbritannien exportieren – wie viel kostet Brexit und das neue Handelsabkommen Ihr Unternehmen? Was müssen Sie vorbereiten? Wir schlüsseln die drei wichtigsten Auswirkungen des Brexit auf, führen Sie durch alle notwendigen Überlegungen und vergleichen den Versand einzelner Pakete aus Europa mit dem Versand von sog. Bulk Shipments an lokale britische Lagerhäuser. Dabei zeigen wir auf, wie Sie beim Versand von 4.000 Bestellungen EUR 38.000,00 an Versandkosten einsparen und die Liefergeschwindigkeit nach Großbritannien um 6 – 8 Tage erhöhen können.

Hier ist die Abkürzung zu unserem Leitfaden für eCommerce-, Einzelhandels- und B2B-Unternehmen aus der EU, die Produkte an Kunden in Großbritannien exportieren und versenden.

Auswirkungen des Brexit auf eCommerce, Einzelhandel und B2B-Bestellungen:

Brexit Leitfaden eCommerce: EU Businesses

Supply Chains, eCommerce & Handel nach dem Brexit – Was hat sich geändert?

Am 1. Januar 2021 verließ das Vereinigte Königreich den Binnenmarkt und die Zollunionen des EWR. Wir haben jetzt ein Freihandels- und Kooperationsabkommen. Das ist großartig, da dies bedeutet, dass das Vereinigte Königreich nicht unter den Handelsbedingungen der Welthandelsorganisation (WTO) als Drittland eingestuft wird.

Aber was bedeutet das Freihandelsabkommen wirklich für das UK-Geschäft für EU-Unternehmen? Seit dem 1. Januar 2021 gibt es neue Regeln, Zollkontrollen und Formalitäten für Exporte in das Vereinigte Königrei. Infolgedessen sehen wir drei wesentliche Auswirkungen auf Lieferketten, eCommerce und die Exporte an britische Kunden.

Brexit eCommerce Leitfaden
Brexit Auswirkung #1:

Ob Waren verkauft werden dürfen und die Art und Weise, wie Waren zwischen Großbritannien und der EU versendet werden, hat sich geändert. 
Brexit Supply Chain Tipps & Best Practices

Brexit Tipp #1:
Es gibt neue Kennzeichnungs-, Etikettierungs- und Vermarktungsnormen für Produkte. Hier ist die Anleitung der britischen Regierung, wenn EU-Unternehmen nach Großbritannien exportieren.

Hinweis: Die CE-Kennzeichnung muss durch eine UKCA-Kennzeichnung ersetzt werden: Zum vollständigen Bericht.
Weiterer Hinweis – Wenn Sie Kosmetika verkaufen: Melden Sie sie ihre Produkte bei der sog. „Submit Cosmetic Products Notification (SCPN)“ Datenbank anstelle der EU-equivalenten „Cosmetics Products Notification Panel (CPNP)“: Zum vollständigen Bericht.
Brexit Tipp #2:
EORI-Nummern – Stellen Sie sicher, dass Sie eine EORI-Nummer, die mit GB beginnt, für Ihr EU-Unternehmen erhalten, wenn Sie nach Großbritannien exportieren.

Hinweis: Hier sind die offiziellen detaillierten Informationen zu EORI-Nummern
Brexit Tipp #3:
Prüfen Sie die Warennummern, Zoll- und Mehrwertsteuersätze für Ihren Produkttyp.

Hinweis: Sie benötigen den 8 bis 10-stelligen HS-Code für das Konnossement, die Handelsrechnungen und alle anderen Versanddokumente. Prüfen Sie die vollständige Liste der Handelstarife und Warennummern für Ihre angebotenen Produkte.

Brexit Auswirkung #2:

Höhere Zollkontrollen führen zu mehr Verwaltungsaufwand, Zeit und Kosten beim Verkauf an Einzelhandels-, B2B- und eCommerce-Kunden aus Großbritannien. 
Brexit Supply Chain Tipps & Best Practices

Brexit Tipp #1:
Beantragen Sie einen AEO-Status für vereinfachte Anmeldeverfahren.

Hinweis: Ein AOE-Status weist auf eine sichere und konforme Lieferkette hin. Außerdem entsprechen die Zollkontrollverfahren den britischen und EU-Standards. Mit einem AOE-Status erhöhen Sie Ihre Liefergeschwindigkeit für eCommerce, Einzelhandel und B2B-Sendungen.
Brexit Tip #2:
Wenn Ihre Produkte in der EU hergestellt wurden, legen Sie beim Export nach Großbritannien die Bescheinigung über den EU-Ursprung der Produkte vor.

Hinweis: Dies bestimmt die Mehrwertsteuersätze und vermeidet möglicherweise Papierkram beim Zoll, was die Liefergeschwindigkeit erhöhen könnte und/oder zusätzliche Gebühren bei der Lieferung vermeidet.
Brexit Tip #3:
Beauftragen Sie einen Spediteur, Zollagenten oder einen professionellen 3PL-Anbieter aus unserem Netzwerk, der alle notwendigen Schritte zur Vorbereitung der Versandpapiere und des Zolls übernimmt.

Hinweis: Ohne die richtigen Versanddokumente, Deklarationen und Genehmigungen kommt es zu Versandverzögerungen und Zollzuschlägen.

Brexit Auswirkung #3:

Die Tendenz und Präferenz von UK-Kunden, wegen längerer Versandzeiten und erhöhter Transportkosten, lokal angebotene Produkte zu kaufen.
Beispiel - Brexit Spediteur Aufschlag

Brexit Update #1:
Spediteure können aufgrund des zusätzlichen Bearbeitungsaufwands Brexit-Zuschläge für den Versand von Waren nach Großbritannien erheben.

Hinweis: DHL hat z. B. für aktuelle Sendungen nach Großbritannien einen Brexit-Zuschlag von 4,49€* erhoben (*einschließlich DDP = Delivered Duty Paid)

Dies führt uns zur nächsten sehr wichtigen Überlegung: Verkaufen oder nicht verkaufen an britische Kunden?

Verkaufen an UK-Kunden nach dem Brexit,
ja oder nein?

Der durchschnittliche britische Bürger gibt pro Jahr EUR 3.315,00 für eCommerce-Einkäufe aus. Das ist mehr als in jedem anderen Land der Welt. Dies macht das Vereinigte Königreich zu einem lukrativen Markt für verschiedene Produkte, die online verkauft werden, wie z. B. Kosmetika, Gesundheitsprodukte und andere FMCG-Waren. Als EU-Unternehmen, das online Verkäufe auch auf britische Kunden abzielt, müssen Sie zunächst einige Variablen berücksichtigen, um zu entscheiden, ob Sie Ihre Produkte auf dem britischen Markt in Zukunft vertreiben wollen oder nicht.

Stellen Sie sich daher die folgenden wichtigen Fragen, um Ihre Produktvertriebsstrategie vollständig zu reflektieren.

  • Wie wichtig ist das Endkundenerlebnis für Ihr Unternehmen?

Neben den neuen Handelsregeln und dem zusätzlichen Papierkram, der sich auf Ihre Geschäftsabläufe auswirkt, ist es immer wichtig, das Kundenerlebnis zu berücksichtigen. Wie lange sollten Kunden auf ihre Bestellungen warten? Und sollten Ihre britischen Kunden für den Versand zahlen? Das wird die generelle Bereitschaft, Ihre Produkte zu kaufen, bestimmen und sich auf die Umsatzzahlen auswirken.

  • Welche Art von Produkt verkaufen oder transportieren Sie?

Es ist selbsterklärend, dass Ihre Produkte an sich attraktiv für Kunden aus Großbritannien sein sollten, ansonsten finden keine Verkäufe statt. Aber neben der Kaufbereitschaft von Käufern bestimmen auch Ihre Produktkategorie und die dazugehörigen Spezifikationen (Preis, Gewicht und Verpackungsmaße) Ihre Logistik und Versandabwicklung.

  • Wie verkaufen Sie Ihre Produkte? Über Ihren eigenen Online-Shop oder über einen Marktplatz?

Je nachdem, wie und über welchen Kanal Sie verkaufen, hat dies bestimmte Auswirkungen auf die lokale steuerliche Registrierung und wiederum auf Ihre Logistikabläufe. Wenn Sie Ihre Produkte zum Beispiel nur über Amazon verkaufen, müssen Sie Ihr EU-Geschäft nicht unbedingt für die lokale UK-VAT registrieren lassen. Wenn Sie unsicher sind, was Sie in Bezug auf die Mehrwertsteuerregistrierung tun sollen, können Ihnen clevere Steuerexperten wie Taxdoo helfen.

  • Wie hoch ist Ihr aktuelles Auftragsvolumen von UK-Kunden?

Falls Sie bereits nach Großbritannien verkaufen, sollten Sie das derzeitige Logistik-Setup für die Abwicklung von Bestellungen aus Großbritannien kritisch überprüfen. Versenden Sie Bestellungen per Einzelpaketversand international aus der EU? Haben Sie in Erwägung gezogen, einen lokalen Fulfillment-Standort innerhalb Großbritanniens zu wählen, um Bestellungen näher am Standort Ihrer Kunden zu bearbeiten und zu verschicken? Besonders die letzte Frage führt uns zu einem sehr wesentlichen Teil, der sich auf Ihre Gewinne pro Bestellung auswirkt: die Logistikkosten. Lassen Sie uns also einen genaueren Blick darauf werfen und einige Zahlen durchgehen, um herauszufinden, welches Logistik-Setup am meisten Sinn macht, um Ihre Gewinne pro Bestellung zu steigern.

Logistik-Setup:

 Internationaler Einzelpaketversand vs.
lokales UK Fulfillment

Im Allgemeinen gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten, die Vertriebslogistik beim Verkauf von Produkten an Kunden in Großbritannien zu handhaben, wenn Sie ein in der EU ansässiges Unternehmen haben. Lassen Sie uns diese beiden Fulfillment- und Versandszenarien kurz durchgehen:

Brexit eCommerce Logistik Fulfillment aus Deutschland
Brexit Logistik – Szenario 01: Internationaler Versand von Einzelpaketen aus Europa in die UK
Brexit eCommerce Logistics UK Fulfillment
Brexit Logistik – Szenario 02: Bulk Shipments aus Europa zu UK-Lagerhäusern mit lokalem Fulfillment

Szenario 01 – Internationaler Einzelpaketversand aus der EU an eCommerce-, Retail- und B2B-Kunden in Großbritannien:

In diesem Szenario haben Sie ein zentrales Lager z.B. in Deutschland, in dem Sie Ihre Produkte lagern und alle internationalen Bestellungen abwickeln und versenden lassen. Dabei gibt es zwei Transportwege: Eine sog. Bulk-Sendung (Versand von mehreren Produkten auf einer Palette) von Ihrem Hersteller zu Ihrem Lager in Deutschland und internationale Einzelpaketsendungen. Das heißt, wenn ein Kunde aus Großbritannien ein Produkt über Ihren Online-Shop kauft, wird die Bestellung in Deutschland erfüllt und per Einzelpaketversand nach Großbritannien verschickt.

Szenario 02 – Bulk-Versand aus der EU an UK-Lager zur lokalen Auftragsabwicklung und Versand von Bestellungen:

In diesem Szenario verfügen Sie über ein zusätzliches Lager in Großbritannien und nutzen eine flexible, dezentrale Distributionsstrategie. Es sind zwei Transportwege involviert: Eine Bulk-Sendung von Ihrem EU-Hersteller zu Ihrem UK-Lager und lokale Einzelpaketsendungen. Wenn Sie nun eine Bestellung von einem Kunden innerhalb Großbritanniens annehmen, werden Ihre Aufträge von einem professionellen Fulfillment-Anbieter mit Sitz in Großbritannien erfüllt.

Basierend auf den strategischen Überlegungen aus dem vorherigen Kapitel in Bezug auf Kundenerfahrung, Produktkategorie und Bestellmenge haben wir einen konkreten Business Case erstellt, um alle Logistikkosten für diese beiden Szenarien besser zu verstehen. Dadurch wird deutlich, wie sich der Brexit auf Ihre Rentabilität auswirkt und welche weiteren Überlegungen Sie bei der Wahl Ihres Logistik-Setups anstellen müssen.

Um einen validen Vergleich anzustellen und alle Kosten zu verstehen, gehen wir von folgendem Business Case aus. Nehmen wir an, Sie betreiben ein deutsches Unternehmen und verkaufen FMCG-Produkte über Ihren eCommerce-Shop. Derzeit erhalten Sie 4.000 Bestellungen pro Monat von britischen Kunden. Der durchschnittliche Warenkorbwert beträgt EUR 54,00 mit etwa 3 Artikeln pro Bestellung.

Hier ist der detaillierte Überblick über unser eCommerce Business Case Szenario

Typ des ProduktsFMCG
Menge der produzierten Waren (EU-Ursprung)12,000 Einheiten
Anzahl der Bestellungen pro Monat aus UK4,000 Einheiten
Anzahl der Waren pro Auftrag (SKUs)3
Anzahl der Picks pro Auftrag3
Wert des Gutes pro EinheitEUR 10.00
Warenpreis (exkl. Versandkosten)EUR 18.00
Durchschnittl. Wert des EinkaufskorbsEUR 54.00
Warenmenge pro EUR1-Palette2,700 Einheiten
EUR1 Palettengewicht (90 Kartons)810 kg
Gewicht pro Gut0.3 kg
1 Auftrag kommissioniert & verpackt Gewicht1.00 kg

Kostenvergleich internationaler Versand vs.
lokales UK Fulfillment

Um einen vollständigen Logistikkostenvergleich zu erstellen, haben wir uns die Fulfillment-Kosten, die Versandkosten und die potenziellen Retourenquoten angesehen und auch die jüngsten Auswirkungen des Brexit berücksichtigt, die die meisten eCommerce-Unternehmen derzeit beim Versand von Produkten nach Großbritannien erleben.

Beim Vergleich der beiden Distributionslogistik-Fälle sehen Sie sofort, dass in Szenario 02 Kosten in Höhe von EUR 9,57 pro Bestellung gespart werden können und die Lieferzeit um 6-8 Tage verkürzt werden. Wie das? Hier ist die vollständige Kostenanalyse:

Hinweis: Die Versand- und Logistikkosten resultieren aus unserem eCommerce FMCG Case und sind pro Auftrag aufgeschlüsselt. Für Ihren Business Case können diese Logistikkosten je nach Produkttyp, Anzahl der Picks pro Auftrag und der Gesamtmenge der Aufträge, die erfüllt und versendet werden, abweichen.

  Brexit – Szenario 01:
EU-Fulfillment mit int. Einzelpaketversand
Brexit – Szenario 02:
Lokales UK-Fulfillment und Paketversand
Logistik-SetupBrexit eCommerce Logistics
Fall: Fulfillment Center in der EU
Brexit eCommerce Logistics
Fall: Fulfillment Center UK
Durchschnittl. Fulfillment-KostenEUR 1.80 – 2.00
inkl. Sichtkontrollen für Wareneingang, Lagerung, Pick & Pack
EUR 1.80 – 2.00
inkl. Sichtkontrollen für Wareneingang, Lagerung, Pick & Pack
Transport Route #1:
Bulk-Versandkosten 
EUR 0.06
National DE-DE, basierend auf branchenüblichen Palettenversanddienstleistern
EUR 0.15
International DE-UK, basierend auf branchenüblichen Palettenversanddienstleistern
Transport Route #2:
Versandkosten für Einzelpaketversand
i.S.v. Track & Sign
EUR 8.30 
International DE-UK, basierend auf DHL & anderen Versanddienstleistern
EUR 4.00 
National UK-UK, basierend auf Royal Mail & anderen Versanddienstleistern
Brexit-Zuschlag Spediteur 
(DHL, Datum: 11.02.21)
EUR 4.49 EUR 0.01
Transportkosten GesamtEUR 12.85EUR 4.16
Standard-Lieferzeit
(eCommerce Standard)
4 – 5 Tage1 – 2 Tage
Zusätzliche Brexit-Verzögerung Versandzeit 3 – 4 Tage0 Tage
Retourenrate Kosten (10%)EUR 1.28EUR 0.40
Logistikkosten GesamtEUR 16.03EUR 6.46
Unterschied zwischen
Szenario 01 & 02
– EUR 9.57+ EUR 9.57
Gesamtlogistikkosten und Zeitdifferenz
(Versand von 4.000 Bestellungen)
– EUR 38,272.79 gesamt
+ 6 – 8 Tage pro Bestellung
+ EUR 38,272.79 gesamt
– 6 – 8 Tage pro Bestellung
Gewinn
Verkaufspreis
– Warenwert
– Logistikkosten
EUR 7.97EUR 17.54

Brexit eCommerce Versand: Logistikkosten-Analyse

Brexit Kosten für Fulfillment: EU vs UK

Wenn Sie die Logistikpreise zwischen Großbritannien und der EU vergleichen, werden Sie feststellen, dass die Fulfillment-Raten in beiden Ländern ähnlich sind – auch nach Brexit. Innerhalb jedes Landes können sich diese Raten jedoch je nach Fulfillment-Anbieter unterscheiden.

Einerseits resultiert der Fulfillment-Kostenunterschied aus dem operativen Fokus Ihres Logistikdienstleisters. Zum anderen macht Ihr Business Case einen Unterschied. So wirken sich beispielsweise das Auftragsvolumen, die SKU-Picks pro Auftrag und der Lagerstandort auf die Preise aus. Befindet sich das Lager beispielsweise in einer erstklassigen Lage in der Nähe eines Stadtgebiets, können Sie davon ausgehen, dass Fulfillment-Kosten hoch sein werden. In unserem Leitfaden zu den durchschnittlichen Logistikkosten erfahren Sie mehr über die Kosten für Lagerhaltung und Fulfillment. Falls Sie gerade auf der Suche nach einem geeigneten Logistikanbieter in Großbritannien sind, können wir Ihnen helfen, die besten Warehousing- und Fulfillment-Partner aus unserem Netzwerk zu finden.

In unserem Brexit eCommerce Business Case sind die Fulfillment-Kosten gleich, da wir identische geografische Standorte in beiden Ländern und 3PLs haben, die den gleichen operativen Fokus haben (Fulfillment für eCommerce und FMCG-Bestellungen). Außerdem handelt es sich um den gleichen Produkttyp, die gleiche Anzahl an erfüllten Aufträgen pro Monat und die gleiche Menge an Picks pro Auftrag. Die Unterschiede in den Logistikkosten ergeben sich aus den Versandkosten, den Kosten für potentielle Retouren und den zusätzlichen Auswirkungen des Brexit.

Versandkosten: Internationale Einzelpakete vs. Bulk-Versand

Basierend auf den eCommerce Best Practices werden die Pakete über Track-and-Sign-Dienste versendet. Und Ihre Kunden sollten ab einem bestimmten Bestellwert kostenlosen Versand erhalten. Dies würde dazu führen, dass Ihr eCommerce-Unternehmen die Transportkosten übernimmt.

In beiden Szenarien gibt es zwei Transportwege:

Transportweg #1 – Der erste Transportweg führt von Ihrem Hersteller zu Ihrem Lager.

Transportweg #2 – Der zweite Weg führt von Ihrem Lager zu Ihrem Endkunden.

Daher haben wir in beiden Szenarien eine Bulk-Sendung entweder zu Ihrem Lager in Deutschland oder zu Ihrem Lager in Großbritannien. Für die Bulk-Sendung in Transportweg #1 sind die Versandkosten mehr oder weniger gleich (EUR 0,06 vs. EUR 0,15), wenn man die Logistikkosten auf jede einzelne Bestellung herunterbricht. Der Hauptunterschied bei den Versandkosten tritt bei Transportweg #2 auf.

Offensichtlich kostet Sie der Versand einzelner Pakete von Deutschland nach Großbritannien mehr als der Versand von Paketen innerhalb von Großbritannien. Sie sparen in diesem Fall rund EUR 4,30 pro Bestellung an Lieferkosten. Hinzu kommt, dass Spediteure wie DHL aufgrund des zusätzlichen Bearbeitungsaufwands durch den Brexit oft einen Brexit-Zuschlag für Sendungen verlangen.

Insgesamt führt dies zu einer Versandkosten-Differenz von EUR 8,69 pro Bestellung. Ganz klar, im Szenario 02 sparen Sie eine beträchtliche Menge an Geld und vergessen wir nicht die Lieferzeit. Trotz der Standardversandzeit (4 – 5 Tage) zwischen der EU und Großbritannien verursacht der Brexit aufgrund des administrativen Aufwands und der stärkeren Zollkontrollen zusätzliche Versandverzögerungen. Daher hilft es die Auftragsabwicklung und der Versand von Bestellungen vor Ort zu tätigen. Das spart etwa 6 – 8 Tage pro Bestellung – ein klarer Wettbewerbsvorteil, der sich auch auf die Umsatzzahlen auswirkt.

Mögliche Retouren beachten

Rücksendungen gibt es bei allen eCommerce-Händlern. In einigen Fällen, z. B. bei Frischeware und Tiefkühlartikeln, sind Retouren nicht möglich. Sie können aber eine Geld-zurück-Garantie anbieten. In jedem Fall müssen Sie die durchschnittlichen Retourenkosten für jede Bestellung berücksichtigen.

In Szenario 02 werden die Retouren an Ihr lokales Lager in Großbritannien geschickt, anstelle von internationalem Versand zurück nach Deutschland. Das ist (A) bequemer für Ihre britischen Kunden und (B) weniger kostspielig. Im Vergleich zu Szenario 01 sparen Sie 0,88 EUR an Retourenkosten pro Bestellung. Das heißt der Gesamtgewinn steigt erneut in Szenario 02.

Ergebnis: Entscheidung für lokales Fulfillment aufgrund von Logistikkosten

In unserem Brexit eCommerce FMCG-Fall spart Ihr Unternehmen durch das lokale Fulfillment in Großbritannien einen erheblichen Betrag an Logistikkosten ein, was zu einer höheren Rentabilität führt. In Szenario 01 beträgt Ihr Gewinn pro Bestellung 7,97 EUR – was immer noch großartig ist. Aber in Szenario 02 steigt Ihr Gewinn auf EUR 17,57. Das bedeutet, dass Sie bis zu EUR 9,57 pro Auftrag sparen. Bei 4.000 UK-Bestellungen pro Monat führt dies zu einer Kostenersparnis von über EUR 38.000,00.

Mit anderen Worten: Eine dezentrale Fulfillment- und flexible Lagerhaltungsstrategie hilft Ihnen, noch profitabler zu werden und verschafft Ihnen einen deutlichen Wettbewerbsvorteil, der Ihrem Unternehmen langfristig zum Erfolg verhilft.

Starten Sie mit flexibler Lagerhaltung und lokalem Fulfillment

Unser Brexit eCommerce Guide zeigte Ihnen einen kosten-effizienteren Weg, wie Sie mit dem Brexit umgehen können. Dazu wurde verdeutlich wie Lieferketten nach Großbritannien aufgebaut und wie Logistikkosten für Ihr Unternehmen vermieden werden können. Unser everstox-Team hat vielen Unternehmen und Händlern geholfen, durch den Brexit zu navigieren. VAAY (Sanity Group) ist nur eines von vielen Beispielen, wie wir modernen eCommerce-Unternehmen geholfen haben, einen geeigneten Logistikpartner in Großbritannien zu finden.

Wenn Sie auf der Suche nach professionellen Logistikanbietern sind, um Ihre Produktdistribution auf neue Märkte auszuweiten, kontaktieren Sie einfach unser Team, um mit flexibler Lagerhaltung und technologiegesteuertem Fulfillment zu beginnen.

War unser Brexit eCommerce Leitfaden für Ihr UK-Geschäft hilfreich? Wir haben auch weitere Leitfäden und How To’s für Einzelhandel, B2B und eCommerce Logistik. Hier sind einige Tipps:

Autor

Warehousing and Fulfillment | everstox

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Maximilian Nenning

Head of Marketing

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