Nachhaltigkeit in der Logistik: CO2 Emissionen reduzieren

Distributionslogistik und E-Commerce nachhaltig gestalten? Unser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Lagerlogistik, Fulfillment und Versand umweltfreundlich optimieren können, um dabei den nächsten Kunden für sich zu gewinnen.

Veröffentlicht am: 11. Aug 2021, Lesezeit: 10 Minuten.

Angesichts der wachsenden Nachfrage nach umweltfreundlichen Produkten und nachhaltigen Dienstleistungen sehen sich viele Unternehmen mit der Herausforderung konfrontiert, dass jeder Schritt in der Lieferkette – von Beschaffung bis hin zu Last-Mile-Lieferung nachhaltig sein muss.

Gleichzeitig betrachten Verbraucher aber auch Same-Day Versand und eine schnelle Lieferung auf Abruf als den neuen Status Quo. Darüber hinaus öffnet der elektronische Handel den Online-Käufern die Tür, um jede Art von Produkt zu kaufen, unabhängig davon, wohin die Sendung geschickt wird. Mit anderen Worten, einzelne Paketsendungen legen oft weite Strecken zurück, um am Zielort des Kunden anzukommen. Eine eindeutige Folge davon ist, dass die Menge an CO2 Emissionen, die bei der Zustellung von Paketen erzeugt wird, noch weiter gestiegen ist. Hier stellt sich nun die Frage: Wie können Kundenerwartungen an eine schnelle Lieferung erfüllt und gleichzeitig eine nachhaltige Distributionslogistik unterstützt werden?

In diesem Artikel erfahren Sie, was grüne Logistik ist und worauf es ankommt um jegliche Aktivitäten der Distributionslogistik bei E-Commerce- und B2B-Bestellungen umweltfreundlich zu gestalten. Aber noch viel wichtiger, wir zeigen Ihnen ebenfalls, wie Sie Ihren Umsatz steigern können, indem Sie unsere grüne Logistik-Formel für mehr Nachhaltigkeit anwenden. Hier ist der Überblick zu unserem Leitfaden für umweltfreundliche Logistik:

Nachhaltige Logistik | everstox

Was ist nachhaltige Logistik?

Definition und Auswirkungen auf die Verkäufe

Nachhaltige Logistik, auch grüne Logistik genannt, bezeichnet die betriebliche Bemühungen, die Umweltauswirkungen von Logistikaktivitäten zu verringern. Die meisten Aktivitäten im Bereich der grünen Logistik konzentrieren sich auf die Optimierung von Lagerhaltung, Verpackung und Versand von Sendungen. Das ultimative Ziel, Nachhaltigkeit in der Logistik zu erreichen, besteht darin, effizienter zu werden und gleichzeitig ein Gleichgewicht zwischen Umweltauswirkungen, Skaleneffekten und dem sozialen Welfare herzustellen.

Heutzutage erkennen Unternehmen, dass Nachhaltigkeit zu einer der wichtigsten Prioritäten für Betrieb und Wertschöpfung zählt. Laut einer Umfrage erwarten 40% der befragten Unternehmen, dass ihre Nachhaltigkeitsprogramme in den nächsten fünf Jahren einen Mehrwert schaffen werden; 45 % der Reise-, Transport- und Logistikbranche stufen diesen Trend als moderat oder signifikant ein.

Aus Konsumentensicht wird von Unternehmen erwartet, dass aktive Maßnahmen zur Einführung nachhaltiger und umweltfreundlicher Praktiken in ihren Betrieben umgesetzt werden. Seit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie haben sich dazu auch noch die Einkaufsgewohnheiten von Verbrauchern in vielerlei Hinsicht geändert. 45% von Verbrauchern suchen zunehmend nach umweltfreundlichen Produkten und sind bereit, sich weiter um mehr Nachhaltigkeit im Alltag zu bemühen.

Jedes Unternehmen, das umweltfreundliche Maßnahmen proaktiv unterstützt, erhöht den Output der betrieblichen Wertschöpfungskette. Tatsächlich geben befragte Handelsunternehmen an, dass die Konversionsrate von Verkäufen um 30% steigt, wenn Produkte als nachhaltig gekennzeichnet sind. Aber, dabei geht es nicht nur um die Auswahl der richtigen Produktmaterialien und Rohstoffe in der Beschaffung. Eine umweltfreundliche Logistik, die sich auf Lagerhaltung, Auftragsabwicklung und Versand auswirkt, bietet ebenfalls eine Möglichkeit, um ein positives Markenimage aufzubauen.

Unsere grüne Formel für
umweltfreundliche Distributionslogistik

Was Nachhaltigkeit in der Logistik wirklich bedeutet

Im folgenden Teil unseres Leitfadens für umweltfreundliche Logistik zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihre nächsten Kunden durch eine nachhaltigere Lieferkette in der Vertriebslogistik gewinnen können. Dabei beziehen wir uns auf alle Prozesse, die mit der Lagerung, dem Fulfillment und dem Versand von E-Commerce Bestellungen zu tun haben.

Um alle Schlüsselbereiche für mehr Nachhaltigkeit in der Vertriebslogistik zu identifizieren – haben wir eine grüne Logistik-Formel kreiert. Die Befolgung jeder Variable, verwandelt Ihre Produktdistribution in eine umweltschonende Auftragsabwicklung, für eine bessere CO2-Bilanz.

Dezentralisierte Lagerhaltung und
eine kurze Last-Mile-Lieferung

Nachhaltigkeit in der Logistik: Variable 01

Stellen wir uns folgendes Szenario vor: Sie verkaufen Produkte über verschiedene Vertriebskanäle für E-Commerce- und B2B-Kunden:

Grüne Logistik Fallbeispiel | everstox
everstox Cloud Dashboard für Multi-Lagerstandort Management
Warehousing and Fulfillment | everstox

Das aktuelle Umsatzvolumen Ihres Unternehmens beträgt 10.000 Bestellungen pro Monat, wobei der durchschnittliche Warenkorb aus ca. 2 Produkten besteht: 70 % Ihres Produktabsatzes entstehen durch deutsche Kunden, der Rest durch Kunden aus Großbritannien (17%) und Frankreich (13%).

Um konkreter zu werden, zeigen wir ein Beispiel wie das Ganze aus der Perspektive der Distributionslogistik aussieht: Wenn eine Kundenbestellung aufgegeben wird, müssen die verkauften Produkte in den jeweiligen Fulfillment Centern verpackt und verschickt werden. Aus Perspektive der Nachhaltigkeit, wollen wir nun verstehen, wie viele Kilometer jede Bestellung zurücklegen muss, um bei Ihren Kunden anzukommen. Im Allgemeinen gibt es zwei Möglichkeiten, wie Sie Ihre Produktverteilung strukturieren können. Wir stellen diese beiden Optionen in den Setups 01 und 02 vor.

Setup 01: Zentrale Lagerhaltung und
Internationaler Einzel-Paketversand

Fallbeispiel Einzel-paketversand Europa | everstox
  • Setup 01: Ein zentraler Lagerstandort zur Kommissionierung (Fulfillment) aller nationaler und internationaler Bestellungen

In diesem Fall haben Sie ein zentrales Lager in Deutschland, in dem Sie Ihre Produkte lagern, abwickeln und an alle nationalen und internationalen Kunden versenden. Dabei gibt es zwei Transportwege: Ein nationaler Stückgut- bzw. Massengut-Versand vom Hersteller zum Lager in Deutschland und internationale Einzel-Paketsendungen (auch Last-Mile Lieferung genannt) vom Lager zu allen Kunden. Das heißt, wenn zum Beispiel ein Kunde aus Großbritannien Produkte im Online-Shop kauft, wird die Bestellung in Deutschland abgewickelt und per Einzel-Paketversand nach Großbritannien geschickt.

Setup 02: Dezentrale Lagerhaltung und
lokales Fulfillment

Fallbeispiel Grüne Logistik und nachhaltiger Versand Europa | everstox
  • Setup 02: Dezentrale Lagerstandorte zur Lagerung, Kommissionierung und Auslieferung von Kundenaufträgen vor Ort

Bei dieser Variante werden zusätzliche Fulfillment-Center in der Nähe der Zielmärkte in Anspruch genommen, z.B. jeweils ein Lager in Großbritannien und in Frankreich. Dieser Distributionslogistik-Ansatz folgt einer flexiblen dezentralen Lagerhaltungsstrategie. Die beiden Transportwege umfassen nun: Eine internationale Massengut-Sendung vom Hersteller an alle lokalen Lager und nationale Einzel-Paketsendungen von den lokalen Fulfillment-Centern zu den Verbrauchern. Zurück zum Beispiel: Aufgegebene Bestellungen von britischen Kunden werden nun von Ihren lokalen Fulfillment-Teams erfüllt und verschickt.

Wie bereits erwähnt, gibt es in beiden Szenarien zwei Transportwege:

  • Transportweg #1: Stückgut-Sendungen, oder auch Massengut-Transport genannt, bestehend aus großen Kartons, die auf Paletten von Ihrem deutschen Hersteller an die jeweiligen Lager geschickt werden.
  • Transportweg #2: Einzelne Paketsendungen vom Lager zu Endverbrauchern – auch bekannt als Last-Mile-Delivery.

Dabei stellt sich die Frage, inwiefern sich beide Setups anhand der Anzahl gefahrener Kilometer für alle Bestellungen unterscheiden. Im Idealfall wollen wir diese gefahrenen Kilometer reduzieren, um einen nachhaltigeren Logistikansatz zu verfolgen. Aber zuerst müssen wir die Natur der einzelnen Transportwege verstehen und den Business Case aus einer grünen Logistik-Perspektive betrachten.

Traditional Warehousing vs Green Warehousing
Traditional Warehousing vs Green Warehousing in Numbers

During Transport Route #1, the kilometers travelled in Set-up 02 are more than in Set-up 01. However, all parcels are handled as bulk shipments in this route for both set-ups.

Vergleich zwischen der Dichte eines einzelnen Pakets und
der einer Stückgut-Sendung

Eine dezentrale Lagerhaltung erfordert zwar mehr Kilometer auf Transportroute Nr. 1, aber die Art und Weise, wie Ihre Produkte bei Massengut-Sendungen verpackt werden, ist deutlich effizienter. Bei eigens-veranlasstem Massengut-Transport kann vollständig kontrollieren werden, welcher Artikel in welche Kiste gepackt wird. Somit lässt sich der Verpackungsprozess optimieren: Massengut-Transporte bestehen in der Regel aus großen Kisten, die auf Paletten stehen. In diese großen Kartons werden normalerweise Artikel derselben Produktart und derselben Abmessungen gelegt, was zu einer konsolidierteren und dichter gepackten Sendung führt. Insgesamt kann dadurch weniger Leerraum in jedem großen Karton ermöglicht werden. Sprich, es wird weniger leere Luft in der Kiste transportiert.

Im Gegensatz dazu sind Einzel-Paketsendungen und Lieferungen auf der letzten Meile mit der Komplexität konfrontiert, die mit der Verpackung und dem Versand von Direktbestellungen einhergeht: Kleine Produktmengen mit unterschiedlichen Produktabmessungen werden an verschiedene Zielorte geliefert.

Vergleich Umweltbelastung Einzelpaketversand | everstox
Einzelne Paketsendung
Vergleich Nachhaltiger Stückgut Versand | everstox
Stückgut-Sendungen (Palletenversand)

Wenn man alle verkauften Produkte zusammen in die Versandverpackung kommissioniert, enthalten einzelne Paketsendungen in der Regel mindestens 25% leeren Raum innerhalb des Pakets. Das liegt oft an den standardisierten Verpackungsmaterialien, dem Zeitdruck für eine schnelle Abwicklung und auch daran, dass jede Bestellung transportsicher verpackt sein muss. Fragen Sie sich selbst, wie oft haben Sie schon ein Paket von Ihrem Online-Einkauf ausgepackt und festgestellt wie viel freier Platz im eigentlichen Paket war?

Vom Standpunkt der grünen Logistik sind last-mile-Lieferung jedoch auch ineffizient, wenn es um die Beladung von Lastwagen geht. Im Durchschnitt sind etwa 20-30% der Lkw-Fläche nicht voll beladen. Auch wenn diese Situation von ausgewählten Logistikpartnern oder besonderen Umständen abhängt, kann die Quote bis sogar 50% oder mehr betragen, wenn Pakete außerhalb der heimischen Märkte transportiert werden. Das liegt oft daran, dass Versanddienstleister verschiedene Zielorte beliefern müssen und aufgrund von Zeitmangel und der großen Anzahl unterschiedlicher Lieferadressen nicht immer einen perfekt beladenen Lkw garantieren können.

Um dieses Problem in unsere Nachhaltigkeits-Überlegungen mit aufzunehmen, haben wir in unserer Berechnung für Einzel-Paketsendungen auf Transportroute Nr. 2 für beide Setups einen Ineffizienzzuschlag hinzugefügt: zusätzliche 25% werden aufgrund des leeren Paket-Volumens sowie 25% für nationale Zustellungen bzw. 50% für internationale Zustellungen hinzugerechnet. Dieser Zuschlag soll verdeutlichen, dass Last-Mile Lieferungen umweltschädlich sind, da längere Transportwege zurückgelegt werden müssen und dementsprechend mehr CO2 Emissionen erzeugt werden.

Traditional Warehousing vs Green Warehousing
Green Logistics Setup Comparison Analysis: Last-Mile Delivery

Der eigentliche Unterschied zwischen unseren beiden Setups besteht in den ineffizient gefahrenen Kilometern, d.h. in der Länge der Transportwege für Einzel-Paketsendungen. In Setup 02 sind alle Fahrten für den Einzel-Paketversand kürzer, was zu rund 4,3 Millionen KM weniger Fahrtstrecke führt. Die Rechnung wird schnell ersichtlich, denn jetzt beträgt bspw. die Entfernung zwischen Kunden aus London und Ihrem lokalen Lager nun 18,6 KM anstelle der ursprünglich gefahrenen 897 KM pro Bestellung.

Grüne Logistik richtig gemacht: Weniger CO2 Emissionen

Traditional Warehousing vs Green Warehousing
Reduce Emissions with Green Logistics

Fasst man alle gefahrenen Kilometer zusammen, so hat Setup 02 auf der ersten Transportroute zwar einen längeren Transportweg, aber, man spart insgesamt rund 3,3 Millionen KM an gefahrener Strecke. Der Hauptgrund dafür ist eine deutlich kürzere letzte Meile für alle Lieferadressen

Was bei unserem Vergleich von Setup 01 und 02 unbedingt beachtet werden muss, ist die Menge der CO2 Emissionen, die in beiden Fällen verursacht wird. Die Art des Transports, der gewählte Fahrzeugtyp, die zurückgelegte Strecke und viele weitere Faktoren beeinflussen die Menge der verursachten CO2 Emissionen. Es gibt jedoch Orientierungshilfen in Berichten wie dem GHG-Leitfaden oder dem Carbon Calculator von DHL zur Berechnung der CO2 Bilanz, die durch die Produktdistribution und den Paketversand verursacht werden.

In unserem Vergleich bleiben alle Faktoren für die Produktdistribution gleich, außer der Anzahl der zurückgelegten Kilometer in jedem Setup. In Setup 02 sparen wir bis zu 653.121 kg CO2e pro Tonnenkilometer ein. Diese Menge an reduzierten CO2 Emissionen entspricht dem Wachstum von 53.997 Baumsetzlingen in einem Zeitraum von über 10 Jahren. Oder dem Stromverbrauch von 593 Haushalten für ein ganzes Jahr.

Die richtige Lagerhaltungsstrategie und eine daraus resultierende kürzere letzte Meile reduzieren nicht nur CO2 Emissionen. Wir sollten auch nicht vergessen, dass lokales Fulfillment die Kosten für den grenzüberschreitenden Versand senkt und die Lieferzeiten verkürzt. Das ist eine Win-Win-Situation für Ihr Unternehmen, Ihre Kunden und die Umwelt.

Umweltschonende Fulfillment-Prozesse

Nachhaltigkeit in der Logistik: Variable 02

Neben der Auswahl der richtigen Lagerstandorte muss auch der Fulfillment-Prozess als solcher überprüft werden, um unserer grünen Logistik-Formel zu folgen. Es gibt zwei Hauptkomponenten, die einen Einfluss darauf haben, wie nachhaltig Ihr Fulfillment ist: Die Wahl der richtigen Verpackungsmaterialien und die Arbeit mit zuverlässigen Informationen.

Nachhaltiges Verpackungsmaterial für weniger Umweltbelastung

Verpackungs- und Versandmaterialien sind ein entscheidender Bestandteil des Fulfillment-Prozesses. Das Konzept „Reduzieren, Wiederverwenden und Recyceln“ hat Unternehmen in der Vergangenheit oft daran gehindert, sich für nachhaltigere Verpackungen zu entscheiden, da Materialkosten deutlich höher waren. Billigere Kunststoff- bzw. Plastik-Alternativen waren bislang die erste Wahl für Unternehmen, die Konsumgüter herstellen und versenden. Doch die Situation ändert sich bereits, denn jetzt setzen auch Regierungen wichtige Impulse, die Marken und produzierende Unternehmen auf einen nachhaltigeren Weg führen: Ab 2021 wird die sogenannte „Plastiksteuer“ für Plastikabfälle in allen EU-Mitgliedsstaaten eingeführt.

Angesichts der neuen Verordnung liegt es für Unternehmen nahe, alternative Verpackungsmaterialien zu finden, um diese Plastiksteuer zu vermeiden. Um Ihr Unternehmen bei der Suche nach umweltfreundlicheren Optionen zu unterstützen, haben wir eine Reihe biologisch abbaubarer und kompostierbarer Materialien ausgewählt, um die Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren. Hier finden Sie einen kurzen Überblick über innovative Verpackungsmaterialien und Anbieter, die unser Interesse geweckt haben:

Sustainable Packaging Materials
Beispiel Nachhaltiges Verpackungsmaterial: Pilz (Myzel) Dämmaterial

Agar auf Algenbasis (aus Seetang gewonnen) kann Einweg-Kunststoff für Trockenlebensmittelverpackungen ersetzen, während Polymilchsäure (PLA), auch als Mais-Kunststoff bekannt, aus fermentierter Pflanzenstärke hergestellt wird und für Versandtaschen oder weiche Gegenstände verwendet werden kann. Interessanterweise eignet sich auch der Wurzelteil von Pilzen (Myzel) als umweltfreundliches Dämm- und Füllmaterial für den Verpackungsinhalt. Zerbrechliche Gegenstände wie Weinflaschen, Beleuchtungskörper und Kosmetikprodukte lassen sich damit transportsicher verpacken, und die Verwendung von Plastik, Styropor o.Ä. wird dadurch vermieden.

Verpackungshersteller wie PAPACKS ersetzen Einweg-Kunststoffe durch Naturfasern für Transportschalen und Ladungsträger. Dies trägt zur Reduzierung von CO2 Emissionen und Deponieabfällen bei und ermöglicht es Unternehmen, ihre jährlichen Verpackungsmaterialkosten um 25% zu senken. Packhelp bietet zertifizierte umweltfreundliche Verpackungen für kleinteilige Produkte – besonders geeignet für eCommerce Bestellungen. Die Auswahl an umweltfreundlichen Verpackungen reicht von einfachen Versandkartons bis hin zu klebstofffreien Versandboxen, die vollständig biologisch abbaubar und individuell anpassbar sind.

There’s also packVerde who offers sustainable packaging made from bagasse / sugar cane, hemp & cellulose materials. Their eco-friendly packaging can satisfy companies‘ fair trade Auch packVerde bietet nachhaltige Verpackungen aus Bagasse / Zuckerrohr, Hanf und Zellulose-Materialien an. Für Unternehmen, die ihre Produkte zwischen Lagern per Stückgut-Versand verteilen und Sendungen für B2B- und Einzelhandelskunden verschicken, sind Yamatons Papierwabenpaletten am besten geeignet und wiegen dabei bis zu 75% weniger im Vergleich zu herkömmlichen Holzpaletten.

Die Verwendung von nachhaltigen Verpackungsmaterialien wird nicht nur bei Verbrauchern gern gesehen, sondern ergänzt ebenso die Bemühungen der Regierung, umweltfreundlich zu handeln. Abschließend zu diesem Thema fehlt ihrem Unternehmen nur noch ein wichtiger Punkt: mit den richtigen Fulfillment-Anbietern zu arbeiten, die bereits nachhaltige Verpackungs- und Versandmaterialien verwenden.

Die Arbeit mit verlässlichen Informationen ist wichtig

Zuvor haben wir erläutert, weshalb sich Unternehmen für eine dezentrale Lagerhaltung und die richtigen Verpackungsmaterialien entscheiden sollten, um die CO2-Bilanz von Paketsendungen zu verringern. Diese Strategie sollte jedoch Hand in Hand mit der Art und Weise wie Sie Daten verarbeiten und daraus die richtigen Entscheidungen im Alltagsgeschäft treffen, einhergehen. Ansonsten sind Ihre nachhaltigen Maßnahmen für die Vertriebslogistik umsonst gewesen. Und das liegt am folgenden Grund.

Die Arbeit mit verlässlichen Informationen ist entscheidend, um Fehler zu vermeiden. Das fängt bereits bei einer bedarfsgerechten Bestandsplanung an, die auf genauen Lagerbeständen und zuverlässigen Bedarfsprognosen beruht. Denn bei unzuverlässigen Informationen entsteht oft Folgendes: Überproduktion und zu hohe Lagerbestände. Dies hat zur Folge, dass mehr Kapital in Ihren Lagern festsitzt und damit auch höhere Lagerhaltungskosten durch die in Anspruch genommene Lagerflächen entstehen. Bei einigen langlebigen Produkten mag das vielleicht verzeihlich sein, nicht aber bei Produkten, die an Mindesthaltbarkeitsdaten gebunden sind. Stellen Sie sich Folgendes vor: Eine E-Commerce-Marke, die sich auf nachhaltige Lebensmittel spezialisiert hat, muss eine ganze Produktcharge entsorgen, da zu viel produziert und die Nachfrage falsch eingeschätzt wurde – alles aufgrund von ungenauen Lagerbestandszahlen.

Aus diesem Grund sollten Entscheidungen immer basierend auf präzisen Echtzeitdaten getroffen und im Idealfall jegliche Prozesse aus allen Lagern in Echtzeit gemessen werden. Der erste Schritt zur Sicherstellung von zuverlässigen Informationen beginnt mit datengesteuerten Lager- und Fulfillment-Prozessen für alle Standorte. Als Nächstes sollte man über ein intelligentes Distributionslogistik-Tool verfügen, das einfaches Bestandsmanagement mit Bedarfsprognosen für alle Zielmärkte ermöglicht.

Die Arbeit mit präzisen Daten in der Distributionslogistik hört jedoch nicht bei der Bestandsplanung auf. Der Umgang mit falschen Bestellinformationen und menschlichen Fehlern bei der Auftragsabwicklung kann auch das Kundenerlebnis enorm beeinträchtigen und zu einer höheren Retourenquote führen. Tatsächlich geben 71 % der Unternehmen an, dass ungenaue Bestellinformationen wie Versandadressen oder falsch verpackte Artikel die Hauptgründe für fehlgeschlagene Lieferungen sind. Eine geringere Rücksendequoten führt nicht nur zu weniger Versandkosten, sondern verringert ebenso die zurückgelegten Kilometer für den Einzelpaketversand.

Zwei wichtige Punkte sollten noch ergänzt werden: Fast alle Verbraucher lesen Bewertungen vor dem Kauf und mehr als 10% der Kunden sind bereit, eine schlechte Online-Bewertung abzugeben, wenn ein schlechtes Einkaufserlebnis stattgefunden hat. Das Einkaufserlebnis endet jedoch bei E-Commerce Käufen nicht beim eigentlichen Kauf, sondern bei der Zustellung und dem Öffnen eines Pakets. Wir wollen natürlich sicherstellen, dass bei allen Bestellungen das richtige Paket, an den richtigen Ort mit der richtigen Ware geliefert wird. Um Fehlzustellungen zu vermeiden, ist es enorm wichtig mit einem digitalen Logistik-Tool zu arbeiten, das pro-aktive Fehlermeldungen schickt, um Bestellungen oder Lieferadressen anzupassen. Dadurch wird Ihr 3PL-Team rechtzeitig im Kommissionierungsprozess informiert, bevor es zu spät ist.

Umweltschonende Last-Mile-Delivery:
Transportunternehmen im Vergleich

Nachhaltigkeit in der Logistik: Variable 03

Die letzte Variable in unserer grünen Logistik-Formel besteht aus den tatsächlichen Versanddienstleistungen, die bei Last-Mile Lieferungen in Anspruch genommen werden. In unserer Nachhaltigkeitsberechnung haben wir bereits gesehen, dass Last-Mile Lieferungen von Natur aus ineffizient sind, vor allem dann, wenn ein zentralisiertes Fulfillment-Setup gewählt wird. Doch neben einer kürzeren Lieferung auf der letzten Meile kann die Wahl der richtigen KEP-Versanddienstleister und Spediteure auch dabei helfen, ihre Nachhaltigkeitsziele schneller zu erreichen. Werfen wir also einen Blick darauf, welche umweltfreundlichen Versandoptionen von welchen Versanddienstleistern angeboten werden.

Nachhaltiger Versand DHL, FedEx, GLS, DPD, Go!Express und Hermes | KEP Anbieter | everstox

DPD kündigte an, dass alle durch DPD zugestellten Paketsendungen in ganz Europa zu 100 % klimaneutral sind, und zwar ohne zusätzliche Kosten. Das GLS KlimaProtect-Programm ermöglicht eine klimaneutrale Zustellung von Paketen sowohl in Deutschland als auch europaweit.

Andere Versanddienstleister wie Hermes, Go! Express & Logistics und FedEx International verfolgen ähnliche Strategien, um die CO2-Bilanz bei der Paketzustellung zu verringern. Die Bemühungen der erwähnten Versanddienstleister um mehr Nachhaltigkeit bei der Paketlieferungen umfassen hauptsächlich Investitionen in erneuerbare Energien, die Elektrifizierung von Fahrzeugen und Klimaschutzprojekte. Das geschieht jedoch nur auf Unternehmensebene und wird nicht als auswählbarer Service für Geschäftskunden angeboten.

GoGreen Versand DHL und Nachhaltiger Transport | everstox

Es gibt nur einen Versanddienstleister, der es Unternehmen ermöglicht, sich aktiv für einen umweltfreundlichen Transportservice zu entscheiden. DHL bietet Geschäftskunden den GoGreen-Versandservice an – eine umweltfreundliche Versandoption, wählbar als Zustellungszeit- und Zustellungstag-garantiertes Lieferfenster. Der GoGreen Service umfasst die Berechnung der CO2 Emissionen auf der Grundlage des Sendungsgewichts und der zurückgelegten Entfernung, Investitionen in Klimaschutzprojekte und eine jährliche Zertifizierung. Darüber hinaus versichert DHL, dass alle nationalen und internationalen Briefsendungen (inkl. Warenpost) ab 2022 ohne zusätzliche Kosten CO2-reduziert verschickt werden.

Es ist nie zu spät, Ihre Last-Mile-Zustellungen auf eine umweltfreundlichere Alternative umzustellen. Wir bieten unseren Kunden an, ihre bevorzugten Versanddienstleister aus unserem europäischen 3PL-Netzwerk zu wählen, um ihre Nachhaltigkeitsstrategien besser zu unterstützen.

Mehr Nachhaltigkeit in der Logistik
durch die Zusammenarbeit mit everstox

Bei der umweltschonenden Skalierung Ihrer Produktdistribution, ist es enorm wichtig, auf eine dezentrale Lagerhaltungsstrategie zu setzen und Transportwege für Einzel-Paketsendungen zu verkürzen. Wir arbeiten mit mehr als 35 Distributions- und Fulfillment-Zentren in ganz Europa zusammen, um Unternehmen bei ihrem Engagement für grüne Logistik zu unterstützen. Denn für unsere Logistics-as-a-Service (LaaS) Lösung gilt Nachhaltigkeit als eine unserer obersten Prioritäten.

Außerdem stellen wir sicher, dass Sie die Flexibilität haben, mit Logistik-Teams zusammenzuarbeiten, die Ihre Nachhaltigkeitsziele auch im operativen Prozess umsetzen können: Von der Auswahl der Verpackungsmaterialien bis hin zur Wahl der idealen Spediteure und KEP-Versanddienstleister wird unser Team Ihre bevorzugte Methode berücksichtigen, um eine optimale grüne Logistik zu erreichen.

Darüber hinaus bietet unsere Cloud-Plattform Transparenz und Zugriff auf Bestandsdaten und Bestellinformationen über alle Kanäle und Lagerstandorte hinweg. Das bedeutet, Fehler bei eingehenden Bestellungen und im Kommissionierungsprozess können frühzeitig erkannt und dadurch entstehende Retouren vermieden werden.

Mit unserem Logistiknetzwerk und unserer Cloud-Software müssen Unternehmen nicht mehr zwischen Umweltschutz und Kosteneffizienz abwägen. Kontaktieren Sie unser Team, um die richtigen 3PLs aus unserem europaweiten Netzwerk zu finden und Ihre Distributionslogistik nachhaltiger zu gestalten.

Wenn Ihnen dieser Leitfaden für grüne Logistik gefällt, interessieren Sie sich vielleicht auch für andere Logistikthemen wie die Aufschlüsselung der wichtigsten Logistikkosten oder den Versand von sperrigen Gütern in Europa:

Autor

Distribution Logistics Insights | Maximilian Nenning | everstox

Max und das Marketing-Team von everstox kümmern sich, um die Recherche und Auswertung unserer Logistik-Erkenntnisse, die unser everstox-Team aus dem Tagesgeschäft sammelt. Wenn Sie Fragen zu unseren Artikeln, Leitfäden oder anderen blogbezogenen Themen haben, können Sie sich gerne an ihn wenden.

Maximilian Nenning

Head of Marketing

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