Logistikkosten: Die 5 größten Kostentreiber

Unser Leitfaden zu Logistikkosten zeigt auf welche operativen Kosten sich Unternehmen bei der Lagerhaltung, Fulfillment und Versand von Bestellungen gefasst machen müssen.

Veröffentlichungsdatum: 11. August 2020, Lesezeit: 10 Minuten.

In diesem Artikel betrachten wir die Lagerhaltung, das Fulfillment und die gesamten Logistikkosten beim Verkauf von Produkten über eCommerce und B2B-Vertrieb. Außerdem betrachten wir die durchschnittliche Preisstruktur von Logistikdienstleistern beim Umgang mit einzelnen Paketen und Paletten in verschiedenen Phasen des Fulfillments:

Hier ist die Übersicht:

Logistikkosten | everstox

Unser Leitfaden zu Logistikkosten

Händler müssen heutzutage mit den steigenden Kundenerwartungen nach niedrigen Versandkosten für Bestellungen Schritt halten. Daher legen eCommerce-, B2B- und Einzelhandelsunternehmen einen starken Fokus darauf, Kosten zu optimieren, die bei der Logistik anfallen.

Diese Logistikkosten hängen insbesondere davon ab, ob ein Händler über ein eigenes Lager verfügt oder ob ein externer Logistiker für Lagerhaltungs- und Fulfillment-Dienstleistungen genutzt wird. Insbesondere bei schnell wachsenden Umsätzen hilft die Auslagerung der Logistikaktivitäten an einen Third-Party-Logistics Anbieter (3PL) – oder auf deutsch auf auch Kontraktlogistiker genannt. Dadurch können Handelsunternehmen, sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und gleichzeitig eine exzellente Kundenerfahrung bei der Auftragsauslieferung durch die Expertise des Kontraktlogistikers gewährleisten.

In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die Lagerhaltung, das Fulfillment und die gesamten Logistikkosten von unabhängigen Kontraktlogistikern (3PLs). Insbesondere bei operativen Prozessen mit externen Logistikanbietern ist es wichtig zu verstehen, wie die verschiedenen Schritte der Fulfillment-Operationen bepreist werden.

Es gibt zwei Variablen, die die Logistikkosten für die meisten Anwendungsfälle bestimmen: Zeit und Volumen. Damit es ein wenig klarer wird, hier ein kurze Erklärung: Desto standardisierter Logistikaktivitäten ausgeführt werden, desto schneller und weniger Zeitaufwand pro Bestellauftrag wird benötigt (ergo geringere Aufwandskosten pro Stunde). Desto höher die Frequenz und das Volumen von Bestellungen, desto höhere Skaleneffekte können erzielt werden. Die Kombination aus effizienter Zeitnutzung und höheren Volumen ergibt also einen geringeren Zeitaufwand pro erfüllten Auftrag und durch die Skaleneffekte somit niedrigere Logistikkosten pro Bestellung.

Ein Hauptproblem, das Handelsunternehmen daran hindert, einen vollständigen Überblick über die Logistikkosten zu erhalten, ist die fehlende Markttransparenz der Preise von Lagerlogistik- und Fulfillment-Anbietern. Allein in Deutschland gibt es über 1.000 spezialisierte externe Anbieter und Preise variieren oftmals bis zu 50% für die gleiche Aufgabe und den gleichen Service Level. Unterschiede in den operativen Abläufen sind einer der Hauptfaktoren, die zu den unterschiedlichen Lagerhaltungs- und Fulfillment-Kosten der Logistikanbieter führen.

Händler sollten sich daher über die Gesamtspannen der Logistikkosten im Klaren sein und sicherstellen, dass sie geeignete Logistikanbieter finden, die dem operativen Know-how der Produktkategorie entsprechen und diesen Preisrahmen nicht übersprengen.

Die Kosten für Lagerhaltung, Fulfillment und Versand schwanken stark in Abhängigkeit von der operativen Ausrichtung eines Logistikdienstleisters. Wie bereits oben veranschaulicht bestimmen auch das Volumen der verarbeiteten Waren und der Grad der Standardisierung entlang der Lieferkette die Kosten. Es gibt jedoch viele weitere Faktoren wie die Anzahl der SKUs, unterschiedliche Handhabung durch Produkttypen oder Mehrwertdienste, die sich auf die Preisspannen auswirken können. Daher beziehen wir uns in diesem Artikel auf durchschnittliche Preisspannen und Erfahrungswerte aus dem operativen Tagesgeschäft, um Ihnen ein besseres Verständnis dafür zu geben, wie hoch diese Kosten sein könnten.

Key Takeaways
1. Die Auslagerung des Fulfillments an einen 3PL-Anbieter hilft Händlern, mit den Kundenanforderungen hinsichtlich niedriger Versandkosten für Bestellungen Schritt zu halten

2. Händler sollten verstehen, wie 3PL-Anbieter die Preise für die verschiedenen Phasen des Fulfillment-Prozesses festlegen

3. Die Kosten für Lagerhaltung, Fulfillment und Versand hängen hauptsächlich vom Zeitaufwand in den verschiedenen Phasen der Lieferkette, dem Volumen der verarbeiteten Waren und der Produktkategorie ab

Typische Logistikkosten während Lagerhaltung, Fulfillment und Versand

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Typische Logistikkosten für die Distributionslogistik von Bestellungen und bei der Abwicklung von Kundenaufträgen lassen sich in fünf Hauptkomponenten aufschlüsseln, je nachdem, in welcher Phase sich das Produkt entlang der Lieferkette befindet. Die typischen Kosten bestehen aus:

Logistikkosten bei der Lagerhaltung

Wareneingang | Logistikkosten | everstox
Lagerhaltungskosten: Wareneingang
Durchschnittliche Preisspanne: Einzelne Parzelle3.00 – 4.50€
Durchschnittliche Preisspanne: Palette3.50 – 6.00€

Die ersten Kostenpositionen in der Distributionslogisitk entstehen, wenn Ware an einen Lager-, Distributions- oder Fulfillment-Center-Standort geschickt und dort empfangen wird. Logistikdienstleister bezeichnen diesen Schritt als Wareneingang.

Wenn eingehende Ware empfangen, geprüft und auf freie Lagerstellplätze transportiert wird, stellen Logistikdienstleister typischerweise diese Lagerleistungen in Rechnung. Der Servicelevels können von Stichprobenprüfung bis zur kompletten Zählung und Funktionstests reichen. Die Logistikkosten im Wareneingang hängen davon ab, wie umfangreich der gewünschte Service-Level ist.

Insbesondere bei der Inanspruchnahme von Premium-Services, wie z.B. 100%ige Vollständigkeitskontrollen und Funktionstests, steigen die Logistikkosten durch einen höheren Zeitaufwand pro Produkt. Weitere Kostenpositionen bei der Stichprobenprüfung können entstehen wenn produktspezifische Kenntnisse erfordert werden, die eine spezielle Schulung der Mitarbeiter benötigt. Hier ist es wichtig, die gewünschten Service Level Agreements (SLAs) mit dem 3PL-Anbieter im Vorfeld zu definieren.

Neben dem Service Level gibt es zwei weitere logistische Kostentreiber im Wareneingang: die Anzahl der Stock-Keeping-Units (SKUs) und die Menge der einzelnen Produkttypen.

Bei der Verwendung von Standard-Service-Levels für den Wareneingang, einschließlich Kontrollen mit Sichtprüfung und exemplarischer Zählung, liegen die Kosten zwischen 3,50-6,00 EUR pro Einzel-SKU-Palette und zwischen 3,00-4,50 EUR pro Einzel-SKU-Paket. Bei gemischten SKU-Paletten und -Paketen erhöhen sich diese Logistikkosten.

Key Takeaways
1. Typische Logstikkosten bei Wareneingang entstehen, wenn eingehende Ware empfangen, geprüft und gelagert wird

2. Die wichtigsten Kostentreiber bei der Stichprobenprüfung sind die erforderlichen Service-Levels, die Anzahl der SKUs und die Menge der einzelnen SKUs

Logistikkosten während der Lagerung

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Lagerhaltungskosten: Lagerung
Durchschnittliche Preisspanne: Einzelne Parzelle0.80 – 3.50€ pro Monat
Durchschnittliche Preisspanne: Palette (CCG1 EURO-Palette)6.00 – 9.00€ pro Monat

Nach der Eingangskontrolle werden die Produkte in einem Lager eingelagert. Bei der Zusammenarbeit mit einem externen Lagerdienstleister ist es wichtig, die Abrechnung für tatsächlich belegten Palettenstellplatz und benutzte Regale innerhalb des Lagers und nicht eine allgemeine monatliche Raumnutzungsgebühr auszuhandeln.

Die mit dem belegten Lagerplatz verbundenen Lagerhaltungskosten hängen von der Form und Größe eines Produkts ab – z.B. verursachen größere Waren aufgrund ihres höheren belegten Lagerplatzes höhere Lagerkosten als kleinere. Dieser belegte Raum wird meist auf wöchentlicher oder monatlicher Basis abgerechnet.

Die Lagerhaltungskosten können auch variieren, je nachdem, ob eine Temperaturkontrolle erforderlich ist (z. B. bei frischen Lebensmitteln oder Kosmetikprodukten) oder ob besondere Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden müssen (z.B. bei Gefahrgut). So müssen Händler beispielsweise bei Produkten, die gekühlt werden müssen, mit höheren Lagerkosten rechnen als bei nicht temperaturgeführten Lagern. Das liegt vor allem daran, dass Logistikdienstleister spezielle Kühlaggregate verwenden oder in diese investieren müssen, um die Temperatur in einem isolierten Bereich zu halten, was mit einem höheren Energieverbrauch und folglich höheren Lagerhaltungskosten verbunden ist.

Der relevante Key Performance Indicator (KPI) bei der Ermittlung der anfallenden Kosten bei der Lagerung sind Paletten- oder Regalplätze. Regalplätze sind ein wichtiger Faktor bei der Lagerung von kleineren Mengen. Die Art und Weise, wie Regal- und Palettenplätze genutzt werden, beeinflusst die Kommissioniereffizienz.

Die Kommissioniereffizienz wird durch verschiedene Faktoren bestimmt, wie z.B. die Art der für die Lagerung verwendeten Regalsysteme (z. B. Hochregale) oder durch Kommissionierabstände. Höhere Kommissionierabstände führen zu einer geringeren Effizienz und dies wiederum zu höheren Erfüllungskosten. Die Lagerkosten für Regalplätze von Einzelpaketen oder Fachböden liegen zwischen 0,80-3,50 EUR pro Monat, abhängig von der Größe der jeweiligen Produkte.

Die Lagerkosten für Palettenstellplätze sind einfacher zu vergleichen als die Kosten für genutzte Regalflächen, da Palettenstellplätze ein Standardmaß sind. Dennoch gibt es eine preisliche Differenzierung zwischen CCG1– und CCG2-Paletten in Abhängigkeit von ihrer Höhe und ihrem Gewicht.

CCG1-Paletten sind Paletten mit einer maximalen Ladehöhe von 105cm (inklusive 15cm Palettenholz) und CCG2-Paletten haben eine maximale Ladehöhe von 160-195cm (inklusive 15cm Palettenholz). Für eine Standard CCG1 EURO-Palette liegt der Preis pro Monat zwischen 6,00-9,00 EUR.

Key Takeaways
1. Für die Einlagerung von Waren sollten Handelsunternehmen nach tatsächlich genutzter Paletten- und Regalfläche abgerechnet werden

2. Die Kosten für genutzte Regalflächen hängen von der Form und Größe eines Produktes ab, während die Kosten für die Palettenfläche einfacher vergleichbar sind, da die Palettenfläche ein Standardmaß ist

Logistikkosten für Fulfillment Services

Logistikkosten | Fulfillment Services | everstox
Fulfillment-Kosten: Pick & Pack
Durchschnittliche Preisspanne: Einzelne Parzelle
1.20 – 1.70€* (1er Pick – Mono-SKU)
0.10 – 0.50€* (2er Pick – Gleiche-SKU)
0.20 – 0.50€ pro Standard Kartonage* (Verpackungsmaterial)

*für große Händler (mit 10.000+ Bestellungen pro Monat) können niedrigere Kosten ausgehandelt werden
Durchschnittliche Preisspanne: Palette (CCG1 EURO-Palette)7.00 – 10.00€ (Einzel-Palette, Mono-SKU)

Die Kommissionierungs- und Verpackungsleistungen sind der variabelste und wichtigste Teil der Fulfillment-Rechnung, da sie direkt mit der Anzahl der Aufträge verbunden sind. Die typische Fulfillment-Aktivität in einem Lagerhaus sieht wie folgt aus: Die Artikel der einzelnen Bestellungen werden von ihren Lagerstellplätzen gesammelt, anschließend verpackt und für den Versand vorbereitet. Daher hängen diese Fulfillment-Kosten direkt von der Anzahl der Stock-Keeping-Units (SKUs) des Händlers, der Größe des Produkts, der Anzahl der Einheiten pro Bestellung und dem Grad der Individualisierung der Verpackung ab.

Die Pick & Pack-Kosten können auch durch den Automatisierungsgrad der eingesetzten Maschinen beeinflusst werden – ein hoher Automatisierungsgrad trägt zu einer höheren Produktivität und Effizienz im Lager bei.

Einen zuverlässigen Benchmark für Pick & Pack zu erhalten, ist am schwierigsten, aber auch am wichtigsten. Für typische E-Commerce-Produkte, die in der Regel weniger als 1 kg wiegen, liegt die übliche Spanne für Pick & Pack-Kosten einer Bestellung mit einer SKU bei 1,20-1,70 EUR.

Die Fulfillment-Kosten, die mit zusätzlichen Picks für eine Bestellung mit mehreren Artikeln derselben SKU verbunden sind, können zwischen 0,10-0,50 EUR pro Pick liegen. Die Erfüllungskosten können von diesen Spannen abweichen, je nachdem, ob der Auftrag mehrere Artikel der gleichen SKU oder mehrere SKUs eines Artikels umfasst.

Hinsichtlich des Verpackungsmaterials kann Standardmaterial vom 3PL-Anbieter geliefert werden. Pro verwendeten Karton kostet das in der Regel zwischen 0,20 und 0,50 EUR. Wenn Sie mit einem 3PL arbeiten, ist der Verpackungsprozess jedoch in hohem Maße anpassbar. Wenn Sie ein großartiges Kundenerlebnis schaffen wollen, das Ihre Branding-Materialien einschließt, können 3PLs auch spezielle Verpackungsmaterialien verwenden, wie z. B. spezielles Geschenkpapier oder Aufkleber, personalisierte Marketing-Flyer und so weiter. Natürlich würde dies zu höheren Fulfillment-Kosten für Verpackungsmaterialien führen als die oben angegebenen Preise.

Im B2B-Kontext ist mit Aufträgen mit höherem Volumen zu rechnen. Daher müssen große Pakete und in den meisten Fällen auch Paletten vorbereitet werden. Die Fulfillment-Kosten für Pick & Pack für Paletten hängen stark von der Anzahl der SKUs im B2B-Auftrag ab. Im Allgemeinen muss man mit einer durchschnittlichen Kostenspanne zwischen 7,00 und 10,00 EUR pro erfüllter Palette, die aus einer SKU besteht, rechnen.

Obwohl die Individualisierung der Verpackung eines Produkts mit zusätzlichen Kosten verbunden ist, müssen Händler bedenken, dass Kunden zunehmend auf Qualität und Nachhaltigkeit von Kartons, Isoliermaterial und personalisierten Marketing-Flyern achten. Es macht also durchaus Sinn, sich für einen Kompromiss zwischen Verpackungskosten und Markenerlebnis zu entscheiden.

Key Takeaways
1. Die Pick- und Packkosten hängen direkt von der Anzahl der SKUs des Händlers, der Größe des Produkts, der Anzahl der Einheiten pro Bestellung und dem Grad der Individualisierung der Verpackung ab

2. Die Verpackungsmaterialien, die für erfüllte Aufträge verwendet werden, sind anpassbar und könnten Ihnen helfen, mehr Verkäufe aufgrund einer besseren Kundenerfahrung zu generieren

Logistikkosten während Versand

Logistikkosten | Versand | everstox
Versandkosten: Paket- und Palettenlieferung
Durchschnittliche Preisspanne: Einzel-Paketversand
3.00 – 3.30€ (<2kg)
3.50 – 4.00€ (<31.5kg)
Durchschnittliche Preisspanne: Palettenversand (CCG1 EURO-Palette)45.00 – 70.00€ (Hinweis: stark fallabhängig)

Wenn 3PLs den Fulfillment-Prozess abschließen, werden die kommissionierten Pakete an Versanddienstleister übergeben. Händler können entweder KEP-Dienstleister (Kurier-, Express- und Paketdienstleister), Speditionen oder Frachtführer nutzen. Die gängigsten Versanddienstleister in Deutschland sind: DHL, DPD, UPS, GLS und Hermes.

Im Wesentlichen bieten die verschiedenen Versanddienstleister ähnliche Serviceleistungen an, unterscheiden sich aber in den Preisen, den Standardmaßen der Pakete, den Abholstellen, Anzahl an Zustellversuchen und dem Markenimage. Insbesondere DHL bietet eine hohe Anzahl an Premium-Services, wie z.B. hohe Transportversicherungen, 2-Mann-Handling von Bestellungen und eine hohe Anzahl an Abholstellen, die sich in höheren Preisen niederschlagen.

Die Versandkosten hängen also stark vom Aufwand für Transport und Handling der Produkte ab. In unserem Leitfaden zu Sperrgut Logistik erklärt haben wir verschiedene Standardmaße und Servicelevel von Versanddienstleistern verglichen.

Bei Geschäftskunden variieren die Versandkosten zudem je nach Versandmenge pro Jahr. Versandkosten werden in der Regel für jeden Geschäftskunden individuell festgelegt oder über feste Rahmenverträge. So verwendet DHL beispielsweise auf den jeweiligen Händler zugeschnittene Versandkosten (Mandantenbepreisung), während Hermes, DPD und UPS die Versandkosten überwiegend über Rahmenverträge festlegen.

Typische Versandkosten für die nationale deutsche Zustellung eines Pakets mit einem Gewicht von weniger als 2KG liegen in einem Bereich zwischen 3,00-3,30 EUR und größere Pakete mit einem Gewicht von bis zu 31,5KG in einem Bereich zwischen 3,50-4,00 EUR. Internationale Tarife können je nach Land, Gewicht und Versanddienstleister deutlich stärker variieren.

Die Transportkosten für den Palettenversand lassen sich nicht so einfach kalkulieren und müssen individuell beim Versanddienstleister angefragt werden. Transitzeiten, zusätzliche Gebühren wie Maut und Treibstoffzuschläge und vor allem das tatsächliche Gewicht bzw. das Volumengewicht beeinflussen die Transportkosten. Das Volumengewicht wird in den meisten Fällen wie folgt berechnet: Länge (M) x Breite (m) x Höhe / Schüttgutvereinbarung (cmb).

So kann z.B. der Versand einer Palette mit 50kg (oder 0,48cbm) von Köln nach München und einer Laufzeit von 24h-48h zwischen 45,00-70,00 EUR pro Sendung liegen. Bei einem Palettenversand sollten Sie den Preis pro Sendung direkt bei einem geeigneten 3PL erfragen.

Alternativ können Sie sich auch für Richtpreise für den Palettenversand bei Online-Versandplattformen informieren. Hier sind zwei Beispiele:


Im Gespräch mit professionellen 3PLs oder Lagerlogistikern werden Sie jedoch schnell feststellen, dass 3PLs ein deutlich attraktiveres Preisniveau für Palettenversand haben. Das liegt vor allem daran, dass professionelle 3PLs spezielle Rahmen- oder Kundenvereinbarungen mit Versanddienstleistern haben.

Key Takeaways
1. Händler können beim Versand von Lieferungen entweder KEP-Dienstleister, Frachtführer oder Speditionen einsetzen

2. Versanddienstleister unterscheiden sich in Preisen, Standardmaßen von Paketen, Anzahl an Zustellungsversuchen, Abholpunkten und Markenimage

3. Die Versandkosten variieren für Geschäftskunden, je nachdem, ob sie individuell für jeden Kunden oder über feste Rahmenverträge festgelegt werden

Logistikkosten für Retouren

Logistikkosten | Retouren | everstox
Retouren: Versand, general Handhabung und zusätzliche Kosten
Versand – Durchschnittliche Preisspanne: Einzel-Paket4.00€
Allgemeines Retourenhandling – Durchschnittliche Preisspanne: Einzel-Paket2.00 – 4.00€
Zusätzliche Kosten bei der RückabwicklungFallabhängig, siehe Kommentar unten

Für den Fall, dass Kunden ihre Bestellung erhalten und mit dieser nicht zufrieden sind, haben sie fast immer die Möglichkeit, Produkte kostenlos zurückzusenden. Daher werden die Kosten normalerweise vom verkaufenden Händler getragen. Je nach Geschäft und Branche können die Retourenquoten stark variieren und damit auch die Relevanz der Kosten.

Man muss betonen, dass Händler immer versuchen sollten, die Rückgabequoten ihrer verkauften Produkte so weit wie möglich zu reduzieren, um ihren ökologischen Fußabdruck gering zu halten. Eine Möglichkeit, die Wahrscheinlichkeit potenzieller Rücksendungen zu reduzieren, ist die Verwendung genauer Produktbeschreibungen und nicht irreführender Produktbilder beim Verkauf dieser Produkte. Außerdem ist die Möglichkeit, ein gekauftes Produkt zurückzusenden, in vielen europäischen Ländern Teil der Verbraucherschutzgesetze, so dass Händler sich der potenziellen Kosten bewusst sein müssen, die bei der Rückgabeabwicklung entstehen.

In diesem Zusammenhang beziehen wir uns auf die Logistikkosten, die entstehen, wenn Bestellungen an einen Lagerstandort zurückgeschickt werden. Es gibt drei wesentliche Logistikkosten, die durch zurückgesandte Produkte entstehen:

01: Versandkosten für Rücksendungen

Zunächst einmal müssen Händler in den meisten Fällen die Versandkosten für Retouren und Pakete, die zurück ins Lager geliefert werden, übernehmen. Kunden erwarten zunehmend einen kostenlosen Versand- und Retourenservice. Innerhalb Deutschlands belaufen sich diese Versandkosten auf ca. 4,00 EUR pro Paket.

02: Allgemeine Kosten für die Rückabwicklung

Die Bearbeitungsgebühren für Retouren bestehen in der Regel aus den operativen Bearbeitungskosten für die Wiedereinlagerung der zurückgegebenen Artikel. Neben dem eigentlichen Wiedereinlagerungsprozess fallen oft auch operative Kosten an, wenn die Ware nach der Rücksendung auf Schäden und Vollständigkeit geprüft werden muss, insbesondere bei Artikeln, die aus vielen Teilen bestehen, wie z. B. Lampen, Schränke und andere Arten von Möbeln.

Die Bearbeitungsgebühren für die Rücksendung liegen in der Regel zwischen 2,00 und 4,00 EUR pro zurückgesandter Bestellung, je nach Produkt und zusätzlich benötigten Leistungen.

03: Retourenhandling – Zusatzkosten

Zusätzliche Kosten bei der Retourenabwicklung und Logistik können auch entstehen, wenn ein Artikel einen Wertverlust erleidet. Dies liegt daran, dass zurückgegebene Produkte nicht zum gleichen Preis weiterverkauft werden können oder aufgrund von Transportschäden, abgelaufenen Mindesthaltbarkeitsdaten oder unterbrochenen Kühlketten entsorgt werden müssen. Typischerweise sind Retouren von nicht-frischen Lebensmitteln und frischen Lebensmitteln von diesen Kosten betroffen.

Hinzu kommt, dass in manchen Fällen die Kosten für das Retourenhandling den eigentlichen Wert eines Produktes übersteigen und für den Händler einen Gesamtverlust bedeuten. Die Durchführung von Retourenabwicklungsschritten, wie z. B. Qualitätskontrollen, Wiedereinlagerung, Neukommissionierung und Umpacken, wäre kostspieliger als die Wahl eines alternativen Umgangs mit den zurückgegebenen Produkten.

Erhöhte Retourenraten sind insbesondere bei Kleidung und Modeartikeln der Fall, da Kunden oft in verschiedenen Größen bestellen, ohne zu wissen, welche ihnen am besten passen.

In diesen Fällen können Händler mit ihren Logistikdienstleistern Optionen vereinbaren, wie mit zurückgegebener Ware am besten umgegangen werden soll. Bei starkem Wertverlust bleibt Handelsunternehmen oftmals nichts anderes übrig als die Ware zu entsorgen, an wohltätige Organisationen zu spenden oder die Ware direkt zu einem günstigeren Preis an Discounter weiterzuverkaufen, um weitere Logistikkosten für die Abwicklung von Retouren zu vermeiden. 3PLs können als Bestandteil der definierten Servicelevels diese Tätigkeiten übernehmen.

Key Takeaways
1. Händler müssen in der Regel die Versandkosten für zurückgesandte Waren übernehmen

2. Die Retourenabwicklung nach der Lieferung umfasst mehrere Schritte, wie z. B. Inspektion der Ware, Wiedereinlagerung, Neukommissionierung und Umpackungsprozesse

3. Zurückgegebene Waren können aus verschiedenen Gründen an Wert verlieren (z. B. abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum); Händler und Logistikdienstleister definieren manchmal Alternativen zur Wiedereinlagerung zurückgegebener Artikel, wie z. B. den Weiterverkauf an Discounter

Die versteckten Kosten

Logistikkosten | Versteckte Kosten | everstox

Sie haben sich vielleicht schon gefragt, was genau mit versteckten Kosten in unseren Visuals gemeint ist. Wenn B2B-, Retail- und eCommerce-Unternehmen mit konventionellen Logistikanbietern zusammenarbeiten, kommt es im täglichen Betrieb häufig zu versteckten manuellem Aufwand während der Fulfillment-Prozesse von Bestellungen. Häufige Beispiele sind der manuelle Datentransfer per E-Mail, fehlende Transparenz über Lagerbestände, die Ermittlung des Auftragsstatus, manuelle Nachverfolgung von Servicelevels und Restbestandsreichweite in Excel-Listen.

Was genau ist mit Datenaustausch gemeint? Stellen Sie sich das so vor: Wenn Kunden eine Bestellung im Online-Shop oder ERP-System eines Händlers aufgeben, müssen die Informationen an den Logistikdienstleister übermittelt werden. Sobald der 3PL-Anbieter die Informationen vom Händler erhalten hat, beginnt der eigentliche Abwicklungsprozess der Bestellung. Ab diesem Zeitpunkt kann der Logistikdienstleister Daten über wichtige Fulfillment-KPIs an den Händler senden, wie z. B. den Fulfillment-Status der Bestellung und den Lagerbestand.

Wenn Händler und 3PLs diesen Datenaustausch manuell betreiben, ist dies mit einem höheren Aufwand, Zeit und damit Kosten verbunden. Wenn mit einer datengesteuerten Software oder Plattform gearbeitet wird, die den gesamten Datenaustausch automatisiert und direkte Kontrolle und Steuerung des Logistikmanagements ermöglicht, fällt der manuelle Aufwand natürlich weg.

Der manuelle Aufwand für die Überprüfung der Lagerbestände und der Fulfillment-Prozesse von Aufträgen kann teilweise bis zum doppelten Wert der tatsächlichen Lager- oder Erfüllungskosten betragen. Bei der Auswahl eines Logistikanbieters müssen Händler also darauf achten, dass datengesteuerte Systeme vorhanden sind, um diese versteckten Kosten zu vermeiden. Darüber hinaus führt die Arbeit mit nahtlosen Echtzeit-Datenflüssen zwischen den Shop-, Marktplatz- und ERP-Systemen der Händler (z. B. Shopify, Amazon, Netsuite) und der Lagerverwaltungssystemen der 3PL-Anbieter zu vollständiger operativer Transparenz und hilft Händlern so, die Geschäftsabläufe mit zuverlässigeren Daten zu analysieren.

Da es recht schwierig ist, den manuellen Aufwand und die dafür verwendeten Ressourcen in konkrete Kosten auszudrücken, haben wir eine Fallstudie mit Erkenntissen und Analysen aus unserem operativen Tagesgeschäft verfasst, um die Kostenersparnisse durch cloudbasierte Plattformlösung zu messen. Hier finden Sie den Zugang zu unserer Fallstudie:

Key Takeaways
1. Es gibt versteckte manuelle Arbeitsabläufe während der Fulfillment-Phasen bei herkömmlichen Logistikanbietern; dies führt zu zusätzlichen Kosten und Ineffizienzen beim manuellen Datenaustausch

2. Dieser manuelle Aufwand kann bis zum doppelten Wert der tatsächlichen Lager- oder Fulfillmentkosten betragen

3. Händler sollten sicherstellen, dass sie mit einem 3PL-Anbieter zusammenarbeiten, dessen WMS mit einer datengesteuerten technischen Lösung vorintegriert ist, um einen nahtlosen Echtzeit-Datenfluss zum Verkaufskanal des Händlers zu erhalten

Das sollten Sie beim Vergleich
von Logistikanbietern beachten

Händler sollten unbedingt vermeiden, auf One-Solution-Fits-All-Angebote zurückzugreifen, die aus Standardpreisen bestehen. Wenn Angebote in unterschiedlicher Form vorliegen und nicht vergleichbar sind, ist es entscheidend, typische „Referenzaufträge“ zu berechnen und zu vergleichen.

Mit Referenzaufträgen oder Referenzbestellung ist gemeint, dass Händler bei Logistikdienstleistern Preise für die Abwicklung eines typischen Auftragsszenarios ihrer Produkte anfragen. Dadurch lassen sich die Preisstrukturen zwischen 3PL Anbietern direkt vergleichen. Das heißt, es wird konkret durchgerechnet wie viel das Fulfillment eines typischen B2B-Auftrags, beispielsweise bestehend aus 100 Proteinriegeln (Gewicht: je 65g) und 200 Schokoriegeln (Gewicht: je 100g) pro Monat kosten würde.

Das Anfordern von beispielhaften Referenzaufträgen von jedem der untersuchten Logistikanbieter erleichtert es Händlern, diese Preise zu verstehen und zu vergleichen.

Händler sollten auch auf versteckten manuellen Aufwand und fehlende IT-Kompetenzen auf Seiten des Logistikdienstleisters achten, um unerwartete Zusatzkosten und Aufwand für tägliche manuelle Arbeit zu vermeiden. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu beachten, dass Logistikanbieter, auch wenn sie behaupten, IT-integriert zu sein, ihre Kernkompetenzen höchstwahrscheinlich im Logistikbetrieb und nicht in der IT haben.

Was bedeutet das also für Händler?

Wir empfehlen, einen 3PL-Anbieter zu wählen, der sich auf operative Logistik-Exzellenz konzentriert und Gebrauch von einer vorintegrierten Verbindung zu einem unabhängigen Tech-Provider hat, der sich auf seinen Teil des Deals konzentriert: die Lösung von IT-Komplexitäten und die Verbindung von Systemen. Unsere unabhängigen 3PL-Anbieter aus unserem Logistiknetzwerk sind bereits mit unserer Plattform verknüpft und ermöglichen dadurch eine automatische Übertragung von Daten aus den jeweiligen Lagerverwaltungssystemen an beliebige Händlersysteme in Echtzeit. Wir können Ihnen helfen, die richtigen 3PLs zu finden, kontaktieren Sie einfach unser Team.

Key Takeaways
1. Wenn Fulfillment-Angebote zwischen Logistikanbietern nicht direkt vergleichbar sind, sollten Händler typische Referenzaufträge für ihren tatsächlichen Anwendungsfall anfordern

2. Händler können zusätzliche Kosten vermeiden, indem sie auf versteckten manuellen Aufwand und fehlende IT-Kompetenzen des Logistikanbieters achten

3. Durch die Wahl eines 3PL-Anbieters, der auf seine operative Exzellenz fokussiert ist und dessen Lagerverwaltungssystem mit einem Tech-Provider vorintegriert ist, können Händler versteckte Kosten vermeiden

Wie unterstützt everstox Ihr Unternehmen?

Wir erhalten täglich wettbewerbsfähige Angebote aus unserem europaweiten Logistiknetzwerk. Dabei überprüfen wir über 250 Angebote von Logistikanbietern pro Monat und unterstützen B2B-, Retail- und eCommerce-Unternehmen dabei, den für sie am besten geeigneten und kosteneffizientesten Anbieter zu finden. Wir kennen viele verschiedene Anwendungsfälle, Produktkategorien und maßgeschneiderte Logistikangebote.

Wir wissen also, wie viel Lagerhaltung, Fulfillment und Versand kosten sollte und anhand welcher Kriterien ein Fulfillment-Angebot zu ihren Bedürfnissen am besten passt.

Indem wir Händlern Zugang zu unserer Logistics-as-a-Service Plattform ermöglichen, können alle relevanten Logistikprozesse und die täglichen Arbeiten für den operativen Betrien aus unserem everstox Dashboard gesteuert, überwacht und optimiert werden. Dadurch entstehen keine versteckten Kosten durch manuellen Aufwand und fehlender IT-Integration. Kontaktieren Sie einfach unser Team, um die richtigen 3PLs in Ihren Zielmärkten in ganz Europa zu finden und eine Produktdemo unseres Dashboards zu erhalten.

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Autor

Warehousing and Fulfillment | everstox

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Maximilian Nenning

Head of Marketing

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