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Anna Kraus
Anna Kraus
Expertin für eCommerce und Logistik

FBA vs. FBM: welches Fulfillment passt besser zu deinem Business?

3/26/2025

7 mins Lesezeit

FBA vs. FBM: welches Fulfillment passt besser zu deinem Business?

Wer im Online-Handel erfolgreich sein will, muss sich frühzeitig für eine geeignete Strategie zur Auftragsabwicklung entscheiden. Amazon bietet Verkäufern zwei Modelle an: FBA Fulfillment by Amazon und FBM (Fulfillment by Merchant).

Während Amazon bei FBA die gesamte Logistik übernimmt, behalten Händler bei FBM die Kontrolle über Lagerhaltung, Versand und Retourenmanagement. Doch welches Modell ist für dein Online-Geschäft die bessere Wahl? Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab, darunter die Kosten, das Produktsortiment und die langfristige Strategie zur Skalierung deiner Kundenbasis.

Was ist Fulfillment by Amazon (FBA)?

Mit FBA Fulfillment by Amazon können Händler ihre Artikel an Amazon senden, wo sie in den Logistikzentren des Unternehmens gelagert werden. Sobald eine Order eingeht, übernimmt Amazon die gesamte Auftragsabwicklung, einschließlich Verpackung, Versand, Kundenservice und Retourenmanagement.

Einer der größten Vorteile von FBA ist die automatische Qualifikation für das Prime-Programm, wodurch Produkte mit dem Prime-Logo gekennzeichnet werden. Dieses Symbol erleichtert es Kunden, schnellere Lieferzeiten zu erkennen und kann die Conversion-Rate erheblich steigern.

Ein weiterer Vorteil ist der Zugang zum riesigen Netzwerk von Amazon. Händler, die FBA nutzen, profitieren von einer optimierten Logistikinfrastruktur, was insbesondere für Unternehmen mit hohem Bestellvolumen von Vorteil ist. Zudem erhöht sich durch die Teilnahme am Programm die Wahrscheinlichkeit, die begehrte Buy Box zu gewinnen, die eine entscheidende Rolle bei der Umsatzsteigerung spielt.

Allerdings ist FBA nicht ohne Nachteile. Die Lager- und Versandgebühren können sich insbesondere für langsam drehende oder sperrige Artikel schnell summieren. Zudem haben Händler nur begrenzte Kontrolle über den Versandprozess und die Verpackung, was für Marken mit individuellen Branding-Anforderungen problematisch sein kann.

Was ist Fulfillment by Merchant (FBM)?

Beim FBM-Modell bleibt die Logistik vollständig in den Händen des Verkäufers. Händler sind für Lagerhaltung, Verpackung und den Versand ihrer Artikel selbst verantwortlich oder arbeiten mit einem externen Logistikdienstleister zusammen. Diese Strategie bietet mehr Kontrolle über den Versandprozess und ermöglicht es, das Prime-Logo nur dann zu nutzen, wenn sie sich für das Seller Fulfilled Prime-Programm qualifizieren.

FBM ist insbesondere für Händler geeignet, die margenstarke Produkte verkaufen oder eine individuelle Verpackung und Markendarstellung bevorzugen. Wer bereits über eine gut organisierte Lager- und Logistikstruktur verfügt, kann durch FBM Kosten sparen, da keine zusätzlichen Amazon-Gebühren für Lagerung und Versand anfallen.

Ein Nachteil von FBM ist die geringere Sichtbarkeit in der Suche auf Amazon. Da FBA-Produkte oft bevorzugt behandelt werden und durch den Prime-Status attraktiver erscheinen, kann es für FBM-Verkäufer schwieriger sein, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Zudem muss der Händler selbst für den Kundenservice und das Retourenmanagement sorgen, was den administrativen Aufwand erhöht.

Kostenvergleich: FBA vs. FBM

Die Wahl zwischen FBA und FBM ist nicht nur eine Frage der Strategie, sondern auch der Kosten. Bei FBA fallen neben den Lagerkosten und Versandgebühren auch zusätzliche Servicekosten an, die je nach Produkttyp und Bestellvolumen variieren. Besonders in der Hochsaison können sich die Gebühren für die Auftragsabwicklung erhöhen, da Amazon dynamische Preise für die Lagerung berechnet.

FBM bietet eine größere Flexibilität bei den Kosten, da Händler ihre eigene Versandstrategie wählen können. Wer mit einem externen Fulfillment-Dienstleister arbeitet, kann durch optimierte Prozesse und volumenabhängige Versandtarife potenziell Geld sparen. Allerdings müssen Verkäufer selbst für Retourenmanagement, Kundenanfragen und die gesamte Logistik aufkommen, was zusätzliche Personalkosten verursachen kann.

Shopify Fulfillment vs. Amazon FBA

Viele Händler verkaufen nicht nur über Amazon, sondern nutzen auch Plattformen wie Shopify, um eine breitere Kundenbasis zu erreichen. Hier stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, Amazon FBA für alle Vertriebskanäle zu nutzen oder ob eine separate Logistiklösung vorteilhafter ist.

Mit dem Multi-Channel Fulfillment-Service von Amazon lassen sich auch Bestellungen aus anderen Plattformen über das FBA-Netzwerk abwickeln. Dies kann eine effiziente Lösung sein, wenn bereits FBA genutzt wird und eine einheitliche Versandstrategie gewünscht ist. Allerdings sind die Gebühren für diesen Service oft höher als bei spezialisierten Fulfillment-Dienstleistern, und Händler haben nur begrenzte Kontrolle über die Verpackung.

Für Marken, die ein konsistentes Branding und maßgeschneiderte Versandlösungen bevorzugen, kann ein externer Fulfillment-Anbieter oder das Shopify-eigene Fulfillment-Programm eine flexiblere und kosteneffizientere Alternative sein.

Pre-FBA Fulfillment: Vorbereitung auf Amazon-Lager

Viele Händler setzen auf Pre-FBA Fulfillment, bevor sie ihre Produkte an Amazon senden. In diesem Prozess werden die Waren zunächst in einem externen Lager zwischengelagert und für den Versand vorbereitet. Dies hat mehrere Vorteile, insbesondere im Hinblick auf Kostenoptimierung und die Einhaltung der Amazon-Richtlinien.

Eine gründliche Qualitätskontrolle hilft, fehlerhafte Artikel auszusortieren, bevor sie an Amazon geschickt werden. Auch die richtige Etikettierung nach den Vorgaben von Amazon kann bereits im Vorfeld erledigt werden, um Verzögerungen oder Ablehnungen durch Amazon zu vermeiden. Wer mit einem spezialisierten Fulfillment-Dienstleister zusammenarbeitet, kann zudem von besseren Versandkonditionen profitieren.

FBA Multi-Channel Fulfillment: lohnt sich das?

Das FBA Multi-Channel Fulfillment ermöglicht es Händlern, Bestellungen aus anderen Verkaufskanälen wie Shopify oder eBay über Amazon abzuwickeln. Dies kann sinnvoll sein, wenn bereits FBA genutzt wird und eine zentrale Lösung für die gesamte Logistik gewünscht ist.

Allerdings sind die Gebühren für diesen Service oft höher als bei unabhängigen Fulfillment Anbietern. Zudem gibt es Einschränkungen bei der Verpackung und den Versandoptionen, da Amazon den Versand nach eigenen Standards durchführt. Unternehmen, die ein individuelles Kundenerlebnis bieten möchten, könnten mit einer separaten Fulfillment-Lösung flexibler agieren.

Fazit: FBA oder FBM – was ist die bessere Wahl?

Die Entscheidung zwischen Amazon FBA und FBM hängt stark vom individuellen Geschäftsmodell ab. Händler, die von der Skalierbarkeit und dem Prime-Status profitieren möchten, entscheiden sich häufig für FBA, da es den logistischen Aufwand reduziert und die Sichtbarkeit auf Amazon erhöht. Wer hingegen die Kontrolle über Versand, Kosten und Branding behalten möchte, kann mit FBM flexibler agieren.

Eine Kombination aus beiden Modellen kann ebenfalls eine sinnvolle Strategie sein. Viele Händler nutzen FBA für ihre Bestseller und setzen bei speziellen Produkten oder Märkten auf FBM. Wer nach einer noch individuelleren Lösung sucht, kann mit externen Fulfillment-Anbietern wie everstox das Beste aus beiden Welten kombinieren und sowohl Multi-Channel-Fulfillment als auch individuelle Versandstrategien optimal umsetzen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Fulfillment by Amazon (FBA) und Fulfillment by Merchant (FBM)?

Welche Rolle spielt ein Pre-FBA Service für meinen Erfolg als Amazon Seller?

Wie kann ich die Kosten für meinen FBA-Versand berechnen?

Über die Autorin

Anna Kraus

Expertin für eCommerce und Logistik

Mit über sieben Jahren Erfahrung im Online-Marketing verantwortet Anna die inhaltliche Weiterentwicklung der everstox Website. Ihr Schwerpunkt liegt auf eCommerce, Logistik und Supply Chain Management – Themen, die sie strategisch, praxisnah und mit einem klaren Blick für operative Realitäten aufbereitet.

Seit ihrem Einstieg bei everstox im Jahr 2024 ist Anna hauptverantwortlich für den gesamten redaktionellen Content: von Blogartikeln und Fachbeiträgen bis hin zum unternehmensweiten Glossar. Ihre Inhalte verbinden aktuelle Markt- und Technologietrends mit den konkreten Herausforderungen wachsender eCommerce-Unternehmen und machen komplexe Zusammenhänge verständlich und anwendbar.

Anna absolvierte ihr Bachelorstudium an der Universität Salzburg und erwarb anschließend einen Master of Business Administration mit Schwerpunkt Gesundheitsmanagement an der IU International University. Ihre Masterarbeit zum betrieblichen Gesundheitsmanagement unterstreicht ihren analytischen Ansatz und ihr Interesse an ganzheitlichen, integrierten Strategien zur nachhaltigen Unternehmensentwicklung.

In ihrer Arbeit kombiniert Anna fundierte akademische Kenntnisse mit langjähriger Praxiserfahrung im digitalen Marketing. So schafft sie Inhalte, die nicht nur informieren, sondern Entscheidern im eCommerce echten Orientierungsvorteil bieten – an der Schnittstelle von digitaler Innovation, Logistik und operativer Exzellenz.

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